Klausurtagung in Naumburg-Hessen vom 8. bis 10. Mai 2009
Der Pomologen-Verein hat Naumburg als zentralen Veranstaltungsort für seine Klausurtagung entdeckt. Vom 8. bis 10. Mai tagten wir zum
zweiten Mal im ver.di-Haus Naumburg und genossen Lage und Versorgungsservice des Hauses. Claudia Thöne von der städtischen Tourismusförderung freut sich ganz besonders über diese erfolgreiche
Zusammenarbeit und das hierdurch bundesweit steigende Ansehen Naumburgs.
Die Klausurtagung dient dazu, sich regelmäßig mit neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen intensiv
auseinanderzusetzen, um so auch Grundlagen für Stellungnahmen und Weichenstellung in der Obstsortenerhaltung unseres Vereins zu erhalten. Auch im Jahr 2009 boten wir wieder Vorträge für
Mitglieder und offene Vorträge für interessierte Laien.
Am Samstagabend berichtete Alexander Vorbeck aus Mömbris über Flechten, Moose, Misteln... und
was auf unseren Obstbäumen noch alles wächst. Die einen kratzen Flechten und Moose mühsam von den Bäumen ab. Andere vermehren die Misteln für das kommende Weihnachtsfest. Die oft
unscheinbaren Mitbewohner auf unseren Obstbäumen bilden faszinierende Lebensgemeinschaften. Aber wie schädlich oder nützlich sind sie tatsächlich?
Der Sonntag entführte nach einem inhaltlichen Vormittag in die Naumburger Umgebung, um hier an
den Obstbäumen in der Landschaft Flechten kennen zulernen.
Interessant wird es immer, wenn es um Obstsorten und ihre Nutzung sowie praktische
Kultivierung geht. Dies hat in der Vergangenheit zur Verarmung der Sortenvielfalt im Obstbau geführt. Aber haben
wir durch die Konvention von Rio und die Einigung auf den Erhalt der genetischen Vielfalt (Biodiversität) nicht auch die Verpflichtung, uns uneigennützig hier einzusetzen?
Nach einem kurzen Bericht über die Erfahrungen mit neuen Sorten im Streuobstanbau von Martin Degenbeck,
Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Veitshöchheim ging Hans-Joachim Bannier, Pomologe aus Bielefeld, der Frage nach: Fehlentwicklungen und Inzucht im modernen
Obstbau - Apfelsortenzüchtung in der Sackgasse?" - über die Notwendigkeit, alte Sorten zu erhalten.
Alle in den letzten 60 Jahren weltweit gezüchteten Apfelsorten (auch die neuesten
Schorfresistenz-Züchtungen) stammen direkt oder indirekt von einer der drei Apfelsorten Golden Delicious, Jonathan oder Cox Orange ab, sind genetisch also mehr oder weniger eng verwandt. Der bebilderte Vortrag zeigt
auf, welche Auswirkungen diese genetische Verarmung für den Obstbau hat (und zukünftig verstärkt haben wird), warum die Gentechnik keine Lösungen der obstbaulichen Probleme bringen wird und warum die
Erhaltung der alten Sorten mit ihrer genetischen Bandbreite unverzichtbar ist.
Nachfolgend das Tagungsprogramm und fünf von neun Fachvorträgen, die in der Klausurtagung in
Power-Point-Präsentationen den Teilnehmern vorgetragen wurden. Die Dateien liegen hier im PDF-Format für den Download auf Ihren PC und nur für den persönlichen Gebrauch vor. Die anderen vier
Fachvorträge werden wegen „Übergröße“ nicht angeboten. Die akzeptable Dateigröße liegt bis etwa 2 MB.
Wilfried Marquardt, 29.11.09
Tagungsprogramm 8. bis 10. Mai 2009
Entstehung des „Dachnetzes“ von Susanne Gura, 36 KB
Finanzierungskonzepte und Fördermöglichkeiten von Susanne Gura, 42 KB
Dezentrale Sortenerhaltung vom Arbeitskreis Sortenerhalter im PV, 247 KB
Datenbankentwurf über Erhaltungspflanzen vom Arbeitskreis Sortenerhalter im PV, 123 KB
Datenbankkonzeption über Erhaltungspflanzen vom Arbeitskreis Sortenerhalter im PV, 1,4 MB
Kontakt zu Organisationsfragen in Naumburg:
Claudia Thöne, Stadt Naumburg, „Haus des Gastes“, Hattenhäuser Weg 10, 34311 Naumburg 05625 /7909-13, claudia.thoene@naumburg.eu
Klausurtagung 2010
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