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Auf den Spuren von Äpfeln, Birnen und Co.

v. l.: Werner Schuricht und Sigurd Schossig

v. l.: Werner Schuricht und Sigurd Schossig

Aus Anlass des 85. Geburtstages von Sigurd Schossig luden der Förder- und Landschafts­verein Biosphärenreservat „Mittelelbe“ e. V. (FÖLV), das Bundessortenamt, die Prüfstelle Wurzen und das Landesamt für Umwelt­schutz Sachsen-Anhalt (LAU) gemeinsam zu einem Fest­kolloquium am 27.10.2015 im Bundessortenamt nach Wurzen ein.

Viele Themenfelder wurden und werden vom Jubilar intensiv bearbeitet:

Angefangen bei den Baumschulen reicht das Spektrum über seine pomologischen Arbeiten, die Erhaltung und Förderung der Obstsorten bis hin zu Landschaftspflege und Naturschutz.

Diese vielfältige Tätigkeit gab Anlass dafür, um in mehreren Vorträgen diese Themen rund um das Obst näher zu beleuchten.

Beginnend mit einer Laudatio wurde das Wirken von Sigurd Schossig im Beruf und im „Un“-Ruhestand durch W. Müller, Baumschule Oschatz, gewürdigt.

Die folgenden Vorträge bildeten etwas den Werdegang der Obstsorten ab. Nach der Züchtung folgt die Zulassung der Sorten. Zu diesem Thema erläuterte Dr. E. Schulte (Bundessortenamt) die umfangreichen Aufgaben des Bundessortenamtes im deutschen als auch europäischen Bereich.

Es schloss sich ein aufschlussreicher Vortrag zur Situation der Baumschulen an, in dem H. Cordes (Hermann Cordes Baumschulen, Holm/Holstein) eine ehrliche, aber z. T. ernüchternde Bilanz zog.

Dr. A. Braun-Lüllemann (Pomologenverein) nahm alle auf eine Kirschenreise durch Deutschland mit, in der sie für die einzelnen Regionen spezielle Sorten vorstellte. So machte sie z. B. ihre ersten Erfahrungen mit der Kirschsortenbestimmung durch einen Kurs bei S. Schossig.

Neben der Anzucht, Vermarktung und Pflanzung der Obstsorten stellt die Erhaltung eine wichtige Aufgabe in der heutigen Zeit dar. Wie dieses Ziel verfolgt und umgesetzt wird, zeigte Dr. M. Höfer, Julius Kühn-Institut (JKI), Institut für Züchtungsforschung an Obst, Dresden-Pillnitz, in ihrem Vortrag zur Deutschen Genbank Obst auf.

Einen Teil dieser zu erhaltenden Sorten kann auf Streuobstwiesen gefunden werden. In Sachsen-Anhalt stehen diese Biotope unter gesetzlichem Schutz. Dazu erfuhren die Anwesenden von Jörg Schuboth (LAU) & Birgit Krummhaar (FÖLV), wie dieses im Land umgesetzt wird und welche Aufgaben der Förderverein dabei übernimmt.

Einige Dankesworte des Jubilars sowie Anmerkungen zur pomologischen Arbeit rundeten die gelungene Veranstaltung ab, an der viele ehemalige Kollegen, Mitarbeiter und Freunde teilnahmen. Es folgten intensive Gespräche, die viele interessante und aufschlussreiche Dinge vermittelten.

Nach einem von Mitgliedern des Fördervereins liebevoll gerichteten Büffet führten E. Schulte und R. Lebe durch die Sortenanlagen.

Wir wünschen Herrn Sigurd Schossig, dass er noch lange für die Pomologie so engagiert und couragiert wirkt, und noch viele Interessierte mit seiner Fachkunde begeistert.