Neue Liste mit 180 Baumschulen in Deutschland

18.08.2026

Streuobs­twiesen brauchen ab und zu Nach­wuchs. Doch wo finden Streuobst­akteure Baum­schulen in ihrer Nähe, die Obst­bäume anbieten?

Eine neue Übersicht zeigt über 180 Baumschulen von Schleswig-Holstein bis Bayern. Sie stehen für Qualität, Fach­wissen und Verantwortung entlang der gesamten Produktions­kette.

Baumschulen unter Druck

Billig­konkurrenz aus dem Ausland und dem Online­handel, Struktur­wandel sowie die Auswirkungen der Klima­krise stellen insbesondere kleine, vielfältig aufgestellte Baum­schulen vor massive Heraus­forderungen. Das Statistische Bundesamt verzeichnete zwischen 2021 und 2025 einen Rückgang der Betriebe um 10,5 Prozent. Im Vergleich zu 2017 beträgt der Rückgang sogar 20 Prozent.

Streuobstwiesen brauchen handwerkliche Baumschulen

„Lokale, hand­werkliche Baum­schulen besitzen ein enormes Wissen rund um die Vielfalt unserer Obst­sorten. Sie sind unverzichtbar, wenn neue Streuobst­wiesen mit regional­typischen Sorten angelegt werden“, so Danièle Duske, Vertreterin des NABU-Bundes­fach­ausschusses Streuobst. „Bei Baum­schulen, die noch selbst veredeln, ist die Wahrscheinlich­keit, sorten­echte Bäume zu erhalten deutlich höher als bei reinen Wieder­verkäufern. Hier stimmt also der Sorten­name auf dem Etikett mit der tatsäch­lichen Sorte überein“, ergänzt Sabine Fortak, Vorsitzende des Pomologen-Verein e.V. Ein weiteres wichtiges Qualitäts­merkmal ist das Liefer­etikett der Pflanze: Die Pflanzen­passnummer (z. B. DE-NS-123…) darauf ermöglicht die Rück­verfolgung bis zum Produktions­betrieb und bestätigt zugleich die regel­mäßige amtliche Kontrolle der Pflanzen­gesundheit. Sören Hobohm, Vorsitzender des Bundes deutscher Baum­schulen, Ausschuss Obst­gehölze, ergänzt: „Selbst­verständlich gehen wir auch auf besondere Wünsche ein – etwa hinsichtlich bestimmter Sorten, des Alters der Bäume bei der Abgabe oder spezieller Wuchs­formen. Auch Auftrags­veredelungen zählen dazu“.

Neue Übersicht schafft Transparenz

Um für mehr Transparenz zu sorgen, haben sich der Bund deutscher Baum­schulen e.V. und bundesweit Streuobst­akteure zusammen­geschlossen. Eine neue Übersicht listet auf der NABU-Website Baum­schulen auf, welche

  • die Echtheit der Sorten zum Ziel haben und ein vielfältiges Spektrum an Sorten anbieten,
  • ihre Obstbäume selbst veredeln,
  • sich an gewisse Standards für die Etikettierung halten oder
  • Bio-Ware oder Auftrags­veredelungen anbieten.

Über 180 Baumschulen aus ganz Deutschland sind hier dargestellt. Sie stehen für Qualität, Fachwissen und Verantwortung entlang der gesamten Produktions­kette. Davon profitieren alle Beteiligte: Streuobst­bewirtschafterinnen und -bewirtschafter erhalten die gewünschten Sorten und regionale Vielfalt bleibt bewahrt. Heimische Qualitäts­baumschulen als unverzicht­barer Baustein für die Zukunft der Streuobst­kultur in Deutschland werden gestärkt.

Weitere Informationen und Quelle

Die nach Bundes­ländern sortierte Liste findet sich beim NABU unter folgendem Link:

https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/streuobst/service-und-adressen/12512.html

Wer eine Baum­schule auf der Liste vermisst, wendet sich an Danièle Duske, NABU-Bundes­fach­ausschuss Streuobst, D.Duske(at)NABU-Nienburg.de

Quelle: Gemeinsame Presse­mitteilung von BaumLand-Kampagne, Bund deutscher Baum­schulen (BdB) e.V., Bund für Umwelt und Natur­schutz Deutschland (BUND), Fach­verband Obstgehölz­pflege e.V., Hochstamm Deutschland e.V., NABU Bundes­fach­ausschuss Streuobst, Pomologen-Verein e.V.