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Pomologen-Verein e.V.

Frühjahrstagung 2019 des PV

Einladung zur Frühjahrstagung 2019 in Naumburg (Hessen)

Am Freitagabend, 10. Mai um 20.00 Uhr findet schon der Landesgruppenabend statt.

Von Samstag, 11. Mai bis Sonntag, 12. Mai 2019 stehen interessante Vorträge und eine Exkursion zur Obstwiese der Obstmanufaktur in Kaufungen auf dem Programm.

Ort: Haus Naumburg
Bildungszentrale der ver.di Jugend
Unter den Linden 30
34311 Naumburg (Hessen)

Anmeldung: bis zum 3. Mai über das Anmeldeformular (s. PDF)

Tagungs-Programm 2019 mit Anmeldeformular

Hinweis: PDF-Formular herunterladen und mit Adobe Reader ausfüllen, ausdrucken, unterschreiben und zurückschicken.

Die diesjährige Frühjahrs­tagung des Pomologen-Vereins in Naumburg steht kurz bevor. Wir freuen uns, wieder ein umfangreiches sowie abwechs­lungs­reiches und informatives Programm anbieten zu können.

Eingeleitet wird die Frühjahrs­tagung am Freitag mit dem Landes­gruppen­abend, bei dem zum Auftakt Mitglieder über Aktivitäten in ihren Landes­gruppen berichten. Unter anderem wird über das Bewerbungs­verfahren bei der Deutschen UNESCO-Kommission informiert, mit dem Ziel der Listung der „Hessischen Apfelwein­kultur als Immaterielles Kulturerbe Deutschlands“. Der Abend bietet auch eine gute Gelegenheit für die Landes­gruppen, sich in einer zwang­losen Runde unter­einander auszu­tauschen.

Maulbeere

Am Samstag­vormittag beginnt der erste Tag mit pomolo­gischen und kultur­historischen Vorträgen. Den Auftakt macht ein Beitrag, der den Nutzen von Wildobst­arten und eher seltenen Obstarten thematisiert. Hierbei werden u. a. die Vorteile von Obst­arten wie der Kornel­kirsche, der Felsen­birne und Maul­beere vorgestellt.

Malus sieversii

In einem Exkursions­bericht über den Obstbau in Kasachstan erfährt man nicht nur Interessantes über die dortige Züchtung des asiatischen Wildapfels Malus sieversii (Sievers-Apfel), sondern auch über die Forschungen des kasachischen Pomologen Aymak Djangaliev, der seine lang­jährige Forschungs­arbeit diesem Wildapfel widmete und eine vor 60 Jahren in der Nähe von Almaty angelegte Baum­schule zur Züchtung und wissen­schaft­lichen Unter­suchung dieser Art nutzte.

Obstparadies Staufen

Die anschließenden Vorträge beschreiben die ökologischen und wirtschaft­lichen Werte von Streuobst­wiesen. Zum einen erfährt man einiges über die Vielfalt an Obst­arten und -sorten beim Obstbau auf Streuobst­wiesen am Beispiel des Obst­paradieses Staufen, wo 17 ha Streuobst­wiesen bewirtschaftet werden und eine breite Palette von 120 daraus gewonnen Produkten angeboten wird.

Des Weiteren werden diejenigen Maßnahmen und Methoden vorgestellt, die sich beim Arten- und Biotop­schutz auf Streuobst­wiesen als am effektivsten erwiesen haben und am ehesten zu den gewünschten Ergeb­nissen führen.

Der Nachmittag beginnt mit der Vorstellung neuer Methoden bei der Boden­düngung, die auch für den Obst­bau interessant sein könnten. Hierbei werden Bio­stimulatoren, also Produkte, die vor allem das Wachstum und die Wider­stands­fähigkeit von Pflanzen beeinflussen, mit Dünge­mitte­lfunktionen verwendet. Die Verwendung von Bio­stimulatoren sollen das Pflanzen­wachstum, die Ernte­menge sowie den Geschmack positiv beeinflussen.

Pomologische Kommission 2013

Bei den letzten Vorträgen des Tages erfährt man allerlei Neues aus der Arbeit und über die Entwicklung des Pomologen-Vereins. So stellt die Pomologische Kommission neueste Ergebnisse der Sorten­prüfung vor und informiert über den aktuellen Stand im Erhalter­netzwerk Obstsorten­vielfalt.

Weiterhin wird über den erfolgreichen Umzug der Bibliothek des Pomologen-Vereins berichtet. Ergänzend hierzu wird auch der aktuelle Bestand sowie die Möglichkeit der Nutzung der Bibliothek vorgestellt.

Zum Abschluss des ersten Vortragstages wird die AG Vereins­entwicklung die Auswertungen der Frage­bögen präsentieren, die den Landes­gruppen zur Befragung ihrer Situation und Entwicklung in 2018 zur Verfügung gestellt wurden. Die daraus entstandenen Empfehlungen der AG sollen nun erläutert werden.

Am Samstag­abend findet die Verleihung der Ehrenurkunde des Pomologen-Vereins an ein verdientes Mitglied statt, der sich eine Verkostung von Produkten des Obstparadieses Staufen anschließt.

Der erste Beitrag am Sonntag widmet sich der Darstellung von Extrem­wetter­ereignissen in einem Überblick der letzten 60 Jahre und deren Auswirkungen auf den Obstbau und die Anzucht in den Baum­schulen.

Äpfel und Birnen

Was macht einen guten Back­apfel aus und welche Qualitäten muss geeignetes Brenn­obst haben? Vorgestellt werden aus der Auswahl der großen Sorten­vielfalt die vorteilhaften Eigen­schaften von Tafel- Saft- und Backäpfel sowie von Brenn­birnen und wie diese in pomo­logischen Beschreibungen dargestellt werden sollten.

Edelkastanie

Die letzten beiden Vorträge des Tages widmen sich den Kastanien. Präsentiert wird die Edel­kastanie (Castanea sativa), deren Ursprünge in Kleinasien beim Schwarzen Meer liegen, nicht nur als land­schafts­prägender Baum, sondern auch als Baum­art, die eine eigene Kultur hervor­gebracht hat, die sich in der Literatur, Kunst und Gesellschaft wider­spiegelt.

Ergänzend werden im anschließenden Vortrag Möglich­keiten aufgezeigt, die Ess­kastanie auch für einen Ertrags­anbau zu nutzen.

Obstwiese der Obstmanufaktur in Kaufungen

Die Frühjahrs­tagung findet am Nach­mittag ihren Abschluss mit einer Exkursion zur jungen Obst­wiese der Obst­manufaktur in Kaufungen, die mit ca. 220 Bäumen und 400 Sorten und dem Schwer­punkt auf Birnen­sorten ebenfalls Teil des Erhalter­netz­werkes des Pomologen-Vereins ist.


Wer kennt sie noch, die alten Sorten?

Göttin Pomona Skulptur im Schlosspark Harbke auf der barocken Nischenwand aus dem Jahr 1745
Göttin Pomona

Fast unmerklich verschwinden seit Jahr­zehnten die Obstbäume aus Gärten und Wiesen unserer Landschaft. Mit ihnen verschwinden viele der alten Sorten, die von unseren Vorfahren genutzt, sorgsam gehütet und vermehrt wurden. Wer kennt noch den Prinzenapfel, die Kirkes Pflaume, die Muskateller Birne oder die Kirsche Königin Hortense?

Mit ihnen sind auch wertvolle Eigenschaften wie z.B. Krankheitsresistenzen unwieder­bringlich verloren. Die Spezialisierung des Handels auf einige wenige Standardsorten beschleunigt den Verlust der genetischen Vielfalt. Dies geht einher mit dem Verschwinden des selbstangebauten Obstes von unserem Speisezettel als eine Folge vereinheitlichter Supermarkt-Früchte.

Obstsorten sind ein lebendiges Kulturerbe, das wir erhalten wollen. Über 20 Jahre Pomologen-Verein e.V. haben sich gelohnt: Unsere Mitglieder konnten viele Sorten erhalten, neue Pflanzungen anlegen und das Wissen weitergeben.

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Apfelsortenverzeichnis mit 1971 Sorten

Logo National Fruit Collection

Auf der Suche nach alten Apfelsorten hat Willi Hennebrüder in mühevoller Fleißarbeit Seite für Seite von National Fruit Collections, Brogdale Farm, herunter geladen und in eine übersichtliche Datei übertragen. Die Datei wurde ergänzt durch eine Rubrik „Deutsch“. Dort wurden Sorten aufgenommen, die auch in der deutschen Literatur beschrieben worden sind.

Apfelsortenverzeichnis Brogdale als PDF (774 KB)

Durch Anklicken der Sortennamen gelangt man auf die Originalseite mit der Sortenbeschreibung.

Vielleicht finden Sie ja dort die eine oder andere verschollene Sorte – z.B. wird eine Lucasrenette aufgeführt, die ansonsten nicht in der deutschen Literatur auftaucht.

Die Brogdale Farm gibt Reiser ab, die aber nicht gerade preiswert sind.


Obstbau-Geschichte

Obstgärtner beim Veredeln, Spätmittelalter
Obstgärtner beim Veredeln, Spätmittelalter

Herbert Ritthaler hat einen geschichtlichen Abriss zusammengestellt, den er leicht abgeändert der Broschüre Pfälzer Obstkultur (erhältlich in unserem Online-Shop) entnommen hat.

Die Obstbau-Geschichte im Überblick als PDF (218 KB)