Landesgruppe Hessen

Hessische Lokalsorte 2021

Die hessische Lokalsorte des Jahres 2021 ist die 'Hofheimer Glanzrenette' aus dem Vordertaunus.

Unter normalen Umständen hätte die Landesgruppe Hessen diese Apfelsorte Ende September auf dem Apfelmarkt der Naturschutz-Akademie Hessen in Wetzlar vorgestellt. Der Markt konnte wegen der Corona-Pandemie aber nicht stattfinden.

In der NAH wurde stattdessen eine von Steffen Kahl durchgeführte Präsentation der neuen Jahressorte aufgezeichnet.
Das Video kann auf der folgenden Internetseite angesehen werden:
https://na-hessen.de/veranstaltungen/apfelmarkt-2020/index.php

Wie immer hat die Landesgruppe ein Faltblatt zur Lokalsorte des Jahres mit Informationen zur Herkunft, Verbreitung und Eigenschaften der Sorte herausgegeben: Faltblatt Hessische Lokalsorte 2021

(Robert Scheibel, 2.10.2020)


Liste mit Obstanbietern

Äpfel und anderes Obst alter Sorten sind im normalen Handel nicht erhältlich, wird aber an unseren Infoständen oft nachgefragt. Daher haben wir eine Liste erstellt, die aktuell 4 Bezugsquellen quer durch Hessen enthält.

(Nachmeldungen von Mitgliedern, die in die Liste aufgenommen werden möchten, sind jederzeit möglich.)

Die Liste kann als Datei heruntergeladen werden: Obstanbieterliste

(Robert Scheibel, 8.9.2020)


Rundbriefe der Landesgruppe Hessen

Die Landesgruppe Hessen informiert ihre Mitglieder mit einem eigenen Rundbrief über geplante Aktionen, Exkursionen und Termine. Er wird per E-Mail oder Post an die Mitglieder verschickt.

Rundbrief 03/2020

Rundbrief 02/2020

Rundbrief 01/2020

Rundbrief 03/2019

Rundbrief 02/2019

Rundbrief 01/2019

Rundbrief 03/2018

Rundbrief 02/2018

Rundbrief 01/2018


Zwei neue SOMSO-Modelle

Nachdem 2018/2019 das Sortiment an „hessischen“ Apfelsorten durch die SOMSO®-Fruchtmodelle Ruhm aus Kelsterbach (Nr. 03/114), Kalbfleischapfel (Nr. 03/88) und Carpentin (Nr. 03/87) ergänzt wurde, sind inzwischen zwei neue Modelle erschienen. Seit Anfang des Jahres 2020 sind die Apfelsorten Lippoldsberger Tiefenblüte (Nr. 03/147) und Hofheimer Glanzrenette (Nr. 03/149) erhältlich. Somit ergänzen sie das Sortiment an Fruchtmodellen hessischer Regional- und Lokalsorten. Inzwischen sind einschließlich Carpentin 20 Sorten erschienen.

Auch die beiden neuen Modelle bestechen durch ihre Schönheit und naturgetreue Verarbeitung. Sie sind wie die anderen Modelle über die Firma Marcus Sommer SOMSO Modelle GmbH in Coburg zu beziehen.

(Steffen Kahl, 23.3.2020)


Poster-Angebot der Landesgruppe Hessen – neu: "Pflaumenvielfalt"

Zusätzlich zu den Postern „Apfelvielfalt Kelteräpfel“, „Apfelvielfalt Tafeläpfel“ und „Birnenvielfalt“ bietet die Landesgruppe Hessen jetzt das farbenprächtige Poster „Pflaumenvielfalt“ an. Es zeigt u. a. seltene Pflaumensorten wie Angelina Burdett, Frankfurter Pfirsichzwetsche oder Von Hartwiß Gelbe Zwetsche. Wir hoffen, dass wir mit diesem Angebot auch die Sortenvielfalt beim Steinobst fördern können!

Die Poster im Format DIN A1 werden auf Veranstaltungen und bei anderen Gelegenheiten für 5 Euro pro Stück zum Verkauf angeboten; Mitglieder zahlen nur 3 Euro.

Bezogen werden können die Poster über Klaus Spieler, E-Mail, Tel. 06002-930357.

Außerdem sind die Poster auf Wunsch gegen Aufpreis in laminierter Form erhältlich. So sind sie wetterfest und vor Beschädigung geschützt. Das Aufhängen fällt dadurch auch leichter.

(Robert Scheibel, 22.3.2020)


Hessische Lokalsorte 2020

Die 'Lippoldsberger Tiefenblüte' ist die Lokalsorte des Jahres 2020 in Hessen. Gemeinsam mit Kollegen aus Nordhessen wurde dieser leckere Apfel bereits im Herbst auf dem Apfelmarkt der Naturschutz-Akademie Hessen in Wetzlar vorgestellt. Mit der Aktion „Hessische Lokalsorte des Jahres“ leistet der Verein seit vielen Jahren einen Beitrag zur Erhaltung der Sortenvielfalt in Hessen. In Zusammenarbeit mit Baumschulen, Keltereien und Naturschutzorganisationen werden Jungbäume angezogen, Altbäume geschnitten und das Wissen um die regionale Vielfalt weitergegeben.

Bei der Lippoldsberger Tiefenblüte handelt es sich um eine alte Apfelsorte, die hauptsächlich in Nordhessen, Südniedersachsen und dem östlichen Teil von Westfalen beheimatet ist. Sie wurde in den 1930er und 1950er Jahren vor allem durch die in Lippoldsberg bei Bad Karlshafen ansässigen Baumschulen unter dem Namen Tiefenblüte in den Handel gebracht. Es hat sich herausgestellt, dass die Sorte nicht identisch mit der 'Westfälischen Tiefblüte' und auch nicht mit der historischen 'Naumburger Tiefblüte' ist. Sie hat deshalb den regionalen Bezug zu ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet Lippoldsberg an der Oberweser erhalten.

Weitere Informationen zur Herkunft, Verbreitung und Eigenschaften der Sorte sind in unserem Faltblatt zu finden. Faltblatt Hessische Lokalsorte 2020

Inzwischen ist die Sorte auch als SOMSO®-Fruchtmodell bei der Fa. Marcus Sommer SOMSO Modelle GmbH, 96418 Coburg – www.somso.de erhältlich.

Die Kampagne 2020 wird durch folgende Partner unterstützt:
Baumschule Fricke, 34393 Grebenstein – www.baumschule-fricke.de
Bioland-Baumschule Pflanzlust, 34466 Wolfhagen-Nothfelden – www.pflanzlust.de
Baumschule Spieß, 34399 Wesertal-Lippoldsberg  – www.baumschule-spiess.de
NABU Region Kassel e.V., 34289 Zierenberg – www.NABU-Region-Kassel.de
SILKA – Streuobstinitiative im Landkreis Kassel, 34369 Hofgeismar – www.silka-saft.de
FAUNI – Frei Arbeitsgruppe Umwelt- und Naturschutz Ippinghausen, 34466 Wolfhagen
Obstmanufaktur Kommune Niederkaufungen, 34260 Kaufungen – www.obstmanufaktur.com

(Steffen Kahl, 15.1.2020)


20 Jahre „Runder Tisch – Alte Obstsorten“

Der Runde Tisch – Alte Obstsorten ist seit nunmehr 20 Jahren fester Bestandteil und die tragende Säule in der Vereinsarbeit der Landesgruppe Hessen. Im Dezember 1999 wurde die Veranstaltung durch Steffen Kahl und acht weitere interessierte Vereinsmitglieder in Wetzlar erstmals durchgeführt. Die ursprüngliche Idee bestand darin, eine Art Stammtisch für alte Obstsorten in Hessen zu gründen, Informationen und Edelreiser auszutauschen und Wissen weiterzugeben. Schnell schlossen sich weitere Interessierte, die sukzessive in den Verein eingetreten sind, dem Kreis an. Seit dem Jahr 2000 finden regelmäßig drei Veranstaltungen zum „Runden Tisch – Alte Obstsorten“ pro Jahr statt. Sie finden zu unterschiedlichen Themen in den verschiedenen Regionen Hessens statt.

Eine zentrale Veranstaltung ist die traditionelle Reiserbörse – immer im Frühjahr, bei der neben einem Vortrag, Jahresrückblick oder einer Exkursion, die Möglichkeit der Reiserwerbung/Beschaffung gegeben ist. Im Laufe der Jahre konnten so zahlreiche alte, regionale und lokale Obstsorten an Reisern abgegeben und somit erhalten werden. In den letzten Jahren nutzt die Landesgruppe diese Veranstaltung gleichzeitig zur Durchführung der Mitgliederversammlung in Hessen.

Neben der Reiserbörse haben zahlreiche Exkursionen durch ganz Hessen stattgefunden. Nicht nur zum Thema Apfel, sondern auch andere Obstarten wie Birnen, Kirschen, Pflaumen, Quitten und Speierlingen wurden behandelt. Daneben haben Betriebsbesichtigungen von Baumschulen, Obsthöfen und Keltereien sowie zahlreiche Vorträge stattgefunden. Naturkundliche Wanderungen, Sorten-Partys, eine Fahrrad-Exkursion, Birnen-Markt, Pomologen-Flohmarkt und der Besuch von Sortengärten, Musterstreuobstwiesen und Streuobstlehrpfaden gehören sicher ebenso zu den Highlights.

Der Runde Tisch – Alte Obstsorten in Zahlen:

Zwischen 1999 und 2019 haben insgesamt 65 Veranstaltungen stattgefunden …

Obstart/Thema

Anzahl Veranstaltungen

Apfel

12

Birne

4

Kirsche

4

Pflaume

2

Quitte

1

Speierling

2

Veredeln/Reiserbörse

19

Pomologie

4

Verarbeitung

5

Bienen

1

Pflanzung/Pflege

4

Sortenausstellung

10

Sortengärten…

14

sonstiges

10

Auch im Jahr 2019 hat die Landesgruppe Hessen zu drei „Runden Tischen“ eingeladen. 

Reiserbörse, Kronberg

Am 24. März 2019 haben sich die Mitglieder der LG Hessen zur Mitgliederversammlung und Reiserbörse in Kronberg getroffen. Die Veranstaltung wurde vor Ort durch Heiko Fischer und die Kollegen/innen vom OGV Kronberg organisiert. Zunächst gab es einen Rundgang durch Kronbergs Obstgärten zu den Muster-Obstwiesen: Erlebnisobstwiese, Pfarrer-Christ-Obstwiese und Jubiläumsobstwiese. Im Anschluss hat die Mitgliederversammlung auf Landesebene inkl. einem Jahresrückblick 2018 und der Wahl der Hessischen Lokalsorte 2021 – Hofheimer Glanzrenette stattgefunden. Die traditionelle Reiserbörse hat das Programm neben Kaffee und Kuchen und einem fachlichen Austausch abgerundet.

Betriebsbesichtigung Schmitz-Hübsch, Bornheim-Merten

Die Sommer-Exkursion führte uns am 22. Juni 2019 zu dem Obstbaubetrieb Otto Schmitz-Hübsch am Rande des Vorgebirges. Der traditionsreiche Betrieb produziert in der vierten Generation Tafelobst – von ihm stammt z.B. die rote Boskoop-Variante ´Schmitz-Hübsch´. Durch den Betrieb führte uns der heutige Inhaber Roland Schmitz-Hübsch. Zunächst konnten wir in dem eigens eingerichteten Obstbaumuseum Einblicke in die Firmengeschichte und früheren Produktionstechniken erlangen. Danach ging es in die umliegenden Anbauflächen mit Hagelschutznetzen, Bewässerung, Betriebstechnik sowie in die Verarbeitung und modernste Lagerung. Insgesamt konnte uns Herr Schmitz-Hübsch einen sehr interessanten Einblick in den modernen Obstanbau geben.

Exkursion Birnen und Pflaumen, Niederkaufungen

Zur „Jubiläumsveranstaltung“ 20 Jahre Runder Tisch – Alte Obstsorten erwartete uns Jan Bade am 25. August 2019 in der Obstmanufaktur in der Kommune Niederkaufungen. Zu dieser Jahreszeit standen Birnen und Pflaumen auf dem Programm. Der Pflaumen-Part wurde durch Dr. Annette Braun-Lüllemann übernommen. Sie gab uns eine Einführung zur Erhaltungssituation bei Pflaumen. Zahlreiche Sorteninformationen, Anbautipps und Waschbär-Abwehrmaßnahmen wurden auf der Pflaumenfläche erläutert. Im Anschluss gab es die Möglichkeit der Sortenbestimmung. Die Birnen wurden durch Jan Bade auf verschiedenen Erhalter-Flächen gezeigt, besprochen und verkostet. Auch diese Veranstaltung war für die Teilnehmer aus ganz Hessen sehr interessant und lehrreich, außerdem haben die verkosteten Fruchtproben köstlich geschmeckt!

Hiermit möchte sich der Autor bei allen aktiven Vereinsmitgliedern und Teilnehmern für die rege Beteiligung an 20 Jahren Runder Tisch – Alte Obstsorten in Hessen bedanken.

(Steffen Kahl, 10.1.2020)


WIEDER ERHÄLTLICH: „Erhaltenswerte Obstsorten für Hessen“

Um 24 Seiten erweitert und aktualisiert präsentiert sich die 5. Auflage unserer Sortenbroschüre.

Wer mit der Pflanzung von Obstbäumen zum Erhalt der Sortenvielfalt beitragen möchte, findet in dieser Broschüre umfangreiche Informationen und Anregungen. Bei den Sortenempfehlungen liegt das Augenmerk auf den für Hessen typischen alten Obstsorten – das Spektrum reicht von deutschlandweit bekannten Sorten, die sich in Hessen bewährt haben, bis hin zu lokalen Raritäten. Die übersichtlichen Tabellen beinhalten insgesamt 252 Sorten verschiedener Obstarten, dazu kommen 25 Schalen- und Wildobstarten. Angegeben sind jeweils Herkunft, Frucht- und Baumeigenschaften (wie Reife, Verwertung, Wuchsstärke) sowie Bemerkungen zu Standortansprüchen und Robustheit. Zu jeder Obstart liefert die Publikation einleitende Basisinfos. Achtzehn hessische Lokalsorten vom Heuchelheimer Schneeapfel bis zur Lippoldsberger Tiefenblüte werden auf je einer Doppelseite ausführlich in Wort und Bild vorgestellt. Die 5. Auflage enthält einige neue Kapitel: Mit einer „Fahndungsliste“ wird zur Suche nach verschollenen Obstsorten aufgerufen. Der Abschnitt „Unterlagen und Edelreiser“ gibt eine Übersicht über die wichtigsten Wurzelunterlagen und informiert über die Beschaffung von Edelreisern – wichtig für Obstfreunde, die beim Baumkauf besser Bescheid wissen oder selbst veredeln möchten. Ein hochaktuelles Thema ist die problematische Ausbreitung der Mistel in Obstbäumen. Abgerundet wird die attraktive Broschüre wie bisher durch Ratschläge für das Pflanzen und Schützen der Bäume, die Nennung von spezialisierten Baumschulen, Literaturtipps und einen Ausflug in die hessische Geschichte der Pomologie.

104 Seiten, 20 x 21 cm, durchgehend farbig, über 120 Abbildungen, zahlreiche Tabellen, Preis 9,80 Euro

Leseprobe (1 MB)

Die Broschüre kann beim Online-Shop des Pomologen-Vereins bestellt werden und wird u. a. an den Infoständen der Landesgruppe Hessen zum Kauf angeboten. Wiederverkäufer wenden sich bitte an Klaus Spieler (ab 10 Stück gibt es einen attraktiven Rabatt).

(Robert Scheibel, 28.11.2019)


Hessische Lokalsorte 2019 – Kalbfleischapfel

Der Kalbfleischapfel ist eine südhessische Lokalsorte, die früher für die Kreise Dieburg und Offenbach als Tafelapfel empfohlen wurde. Auch als „Odenwälder Borsdorfer“ bekannt, war der Apfel in Langen, Offenthal und Egelsbach verbreitet. In dem damaligen „Obstsortiment für die Provinz Starkenburg“ (1915) wird der Kalbfleischapfel für die Bezirke Groß-Umstadt, Groß-Bieberau sowie die Bezirke Main- und Westbezirk (Kreis Offenbach) genannt.

Nach 1945 geriet dieser Apfel in Vergessenheit und galt sogar lange Zeit als verschollen. Erst 2013/2014 ist es durch die Arbeit der Initiative Streuobstwiesenretter gelungen, die Sorte wiederzufinden. Seither sind allerdings nur drei bis vier Altbäume bekannt, wobei die Sorte inzwischen zur Vermehrung in die Baumschule gegeben wurde und somit erhalten werden kann.

Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern – insbesondere den Streuobstwiesenrettern – konnte der Kalbfleischapfel am 16. September 2018 auf dem Kelterfest auf dem Hofgut Guntershausen/Kühkopf als Lokalsorte 2019 vorgestellt werden. In Zusammenarbeit mit dem Umweltbildungszentrum Schatzinsel Kühkopf und den Streuobstwiesenrettern hat die Landesgruppe Hessen eine große Obstsortenausstellung sowie Beratung und Bestimmung von Obstsorten angeboten. In diesem Rahmen wurde der Kalbfleischapfel mit dem neuen Faltblatt erstmals präsentiert.

Außerdem konnte die Lokalsorte 2019 auf dem Apfelmarkt der Naturschutz-Akademie Hessen am 30.9.2018 in Wetzlar ebenfalls im Rahmen einer Obstsortenausstellung und Informationsveranstaltung rund um das Thema alte Obstsorten präsentiert werden.

Weitere Informationen zum Kalbfleischapfel finden Sie in unserem:
Faltblatt Hessische Lokalsorte 2019

Unterstützer der Kampagne 2019:

• Baumschule Müller Lebensraum Garten, 69256 Mauer
• Streuobstwiesenretter, 64683 Einhausen
• Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald, 64653 Lorsch
• Kelterei Krämer, 64385 Reichelsheim
• Förderverein Odenwälder Apfel e.V., 64711 Erbach

Den Kalbfleischapfel gibt es auch als SOMSO®-Fruchtmodell.

(Steffen Kahl)


Neue SOMSO-Modelle aus „Hessen“

Auch in den Jahren 2018/2019 wird das Sortiment an „hessischen“ Obstsorten durch die Fruchtmodelle der Firma Marcus Sommer SOMSO Modelle GmbH aus Coburg ergänzt. SOMSO® bietet auf Anfrage ein umfassendes Programm an Fruchtmodellen und Lebensmittelnachbildungen. Die Modellfertigung aus Papiermaché hat im Hause Sommer eine große Tradition und wird inzwischen in der 5. Generation hergestellt. Dabei entsteht ein Fruchtmodell in filigraner Handarbeit und Einzelstückfertigung. Das traditionelle Fertigungsverfahren schafft ein Ergebnis höchster Naturtreue und bietet einen ästhetischen Genuss für jede pomologische Ausstellung und Dekoration.

Inzwischen ist ein eigener Katalog in der Botanik entstanden und die Reihe der Papiermaché-Früchte wird fortgesetzt. Unter den hessischen Regional- und Lokalsorten sind im Laufe der Zeit knapp 20 Modelle entstanden. Zu den neuesten Modellen zählen die Sorten Ruhm aus Kelsterbach, Carpentin und Kalbfleischapfel. Somit sind alle bisherigen „Hessischen Lokalsorten des Jahres“ vom Heuchelheimer Schneeapfel (2003) bis zum Kalbfleischapfel (2019) als Fruchtmodell erhältlich.

Die Sorte Carpentin wurde als historische, überregionale Sorte ebenfalls durch S. Kahl in Auftrag gegeben. Es ist eine historische Apfelsorte, die früher in Hessen und Hessen-Nassau besonders für die Apfelweinherstellung angebaut wurde. Bereits die Ur-Pomologen Christ und Diel kannten diese charakteristische Sorte und schätzten sie sehr. Auch wenn der Carpentin in den letzten Jahren wieder ein stärkeres Interesse erfahren hat, zählt die Sorte zu den Raritäten – in Hessen sind bisher nur drei Altbäume bekannt!

Die SOMSO-Fruchtmodelle sind über die Firma Marcus Sommer SOMSO Modelle GmbH in Coburg zu beziehen.

(Steffen Kahl)


Die Mistel – eine Gefahr für unsere Obstbäume

Die zunehmende Verbreitung der Mistel in Obstbäumen hat sich zu einer ernsten Gefahr für die Streuobstbestände entwickelt. Wenn die hochstämmigen Obstbäume durch die Mistel an Vitalität verlieren und vorzeitig absterben, schwindet nicht nur der Lebensraum Obstwiese sondern auch die Sortenvielfalt.

Die Landesgruppe Hessen hat ein informatives und ausführliches Faltblatt zu dieser Problematik herausgebracht. Es beschreibt auch, wie die Bekämpfung der Mistel konkret durchgeführt werden sollte.

Das Faltblatt kann als PDF-Datei heruntergeladen werden (866 KB).


Sommer-Exkursion nach Nordhessen (03.06.2018)

Am 3. Juni 2018 unternahmen im Rahmen des Runden Tisches „Alte Obstsorten“ rund 30 Mitglieder der hessischen Landesgruppe des Pomologen-Vereins einen Ausflug nach Nordhessen, der von Steffen Kahl und Manfred Seydel organisiert wurde.

Erster Punkt des prall gefüllten Programmes war der Besuch der Bioland-Baumschule „Pflanzlust“ in Nothfelden bei Wolfhagen. Von der Familie Heinrich Niggemeyer wurden wir herzlich empfangen und mit selbstgebackenem Kirschstreuselkuchen und Kaffee verwöhnt. Wie uns die Besitzer des Betriebs mitteilten, besteht dieser seit 30 Jahren und hat sich schwerpunktmäßig auf die Vermehrung von alten Obstsorten spezialisiert. Aufgrund der hohen Qualität und des seltenen Angebotes zahlreicher sortenechten alten Obstsorten bekam der Betrieb 2010 den Förderpreis ökologischer Landbau verliehen. Auch im Rahmen der jährlichen Aktion der Hessischen Lokalsorte des Jahres beteiligt sich Pflanzlust am Vermehren dieser erhaltenswerten Sorten. In der großen aus Holz konstruierten Eingangs- und Verkaufshalle hängen dekorative Bilder der angebotenen Obstarten und Obstsorten. Besonders eindrucksvoll waren die angebotenen Bäume in großen Pflanzkübeln ausgestellt. Selbst diese traditionell hergestellten Holzkübel von einer Küferei sind in der Baumschule erhältlich. Sehr einladend waren die Außenwände des Gebäudes mit Pfirsich- und Aprikosenspalieren bepflanzt und das Dach mit verschiedenen Pflanzen begrünt.

Der Betrieb hat acht Mitarbeiter, vier davon sind in der Baumschulproduktion und -beratung tätig und die übrigen vier Mitarbeiter im Verkauf und Beratung von Gartenpflanzen beschäftigt. Immer mehr drängt sich der Einkauf über das Internet in den Vordergrund, sodass die meisten Obstbäume wurzelnackt mit Speditionen oder per DHL versendet werden. Neben den Obstgehölzen werden Stauden, Alleebäume und viele weitere Gartenartikel angeboten, denn eine Baumschule ohne breite Produktpalette kann heute nicht mehr existieren, wie Niggemeyer berichtete. Jährlich werden 20000 Unterlagen der verschiedenen Wuchsstärken aufgeschult zum Okulieren im Juli bis August. Davon wird die Hälfte als pflanzfertige Obstgehölze veräußert.

Die Pflanzäcker haben eine Ausdehnung von sechs Hektar, etwa drei Hektar verbleiben als Brachland zur Regenerierung des Bodens. Die Quartiere sind reihenweise nach Obstarten und Unterlagen getrennt und befinden sich auf einer Anhöhe. Um ein gutes Wurzelwerk der Jungbäume zu erhalten, werden diese dreimal verschult. Es werden nur natürliche Düngemittel verwendet und der Boden mit den Jungbäumen mit einem an einer Winde gezogenen Pflug angehäufelt, ähnlich wie im Kartoffelanbau. Dies hat den Zweck der Wühlmausabwehr, da sich die Plagegeister im lockeren Boden der Anpflanzungen nicht wohlfühlen. Blattläuse werden durch Abstreifen mit der Hand aus den jungen Leittrieben der Gehölze beseitigt. Zum Schutz der Baumschule gegen holzbohrende Insekten wird eine 70% Alkohollösung verwendet und abgefüllt in trichterförmigen Flaschen in den Baumreihen aufgehängt. Zum Abschluss der Besichtigung, die für uns sehr informativ und erkenntnisreich war, überreichte Steffen Kahl zum Dank der Familie Niggemeyer das neue Poster „Birnenvielfalt“ der hessischen Landesgruppe.

Weiter führte uns die Erlebnistour in nördliche Richtung nach Niederlistingen am ruhigen Flugplatz Calden vorbei. Die aufgesuchte Streuobstwiese und der Streuobstlehrpfad wurde uns von Manfred Seydel und Helmut Sauerland erläutert. Die beiden Ortskundigen klärten uns über Anpflanzungen, Geschichte, Neuanpflanzungen und Vermarktung des unbehandelten Obstes auf, das durch die Streuobstinitiative SILKA in Form von naturtrüben Säften mit 100% Fruchtanteil veräußert wird. An dem nach Süden ausgerichteten Hang stehen 1100 Kern- und Steinobstbäume sowie Walnüsse und Speierlinge, insgesamt über 100 verschiedene Sorten. In den letzten fünf Jahren wurden durch örtliche Initiativen und Privatleute 450 neu Bäume, darunter auch regionale Besonderheiten, nachgepflanzt. Der Schnitt der Obstgehölze erfolgt in unregelmäßigen Intervallen. Die Beweidung wird durch Schafe eines örtlichen Schäfers vorgenommen. Alle Bäume besitzen eine Nummer. Aus einer selbst aufgelegten Begleitbroschüre können die Sortennamen und die Besonderheiten der Frucht entnommen werden. Mit reichlichen Eindrücken versehen konnten wir neue Erkenntnisse gewinnen und in Fachgesprächen über pomologischen Themen vertiefen und hatten zudem die Gelegenheit die Variation der verschiedenen naturbelassenen Säfte zu probieren und waren der Meinung, dass die Säfte sehr vollmundig schmeckten mit der nötigen Süße und Säure.

Das Mittagessen nahmen wir in Niederlistingen im Gasthaus „Zur Linde“ ein. Mit einem deftigen Schweinebraten mit Beilagen und einem fleischlosen Gericht vom warmen Büffet gestärkt, konnte der zweite Abschnitt des Ausflugs zur Domäne Beberbeck, ein Stadtteil von Hofgeismar, in Angriff genommen werden. Eine durch eine alte Eichenallee führende schmale Straße leitete uns zu dem ältesten Wildapfelbaum (Malus silvestris) mitten in der Landschaft, freistehend ohne weiteren Baumbewuchs bis auf einen Schwarzen Holunder. Der Apfelbaum soll etwa 250 Jahre alt sein, ist neun Meter hoch, hat einen Umfang von 2,9 Metern und ist innen hohl. Trotz des hohen Alters fruchtet der Baum regelmäßig, und wie uns Werner Nussbaum erklärte, ist für seine Generhaltung durch Aussaat von Kernen des Wildapfels gesorgt.

Der letzte Teil unserer Entdeckungstour führte in das über 100 Jahre alte Naturschutzgebiet „Urwald Sababurg“ mit einer Ausdehnung von 93 Hektar. Das Gebiet ist eine ehemalige Waldweide-Landschaft mit vielen bis zu 500 Jahre alten Eichen und auch ebenfalls mächtigen Buchen. In dem Laubwald wurden Jahrhunderte lang Haustiere wie Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine und Pferde gehütet. In Notzeiten wurde das Laub zum Verschnitt mit Heu den Haustieren im Winter verfüttert. Für die Fürsten war der Reinhardswald ein beliebtes Jagdgebiet mit kapitalem Rotwild mit majestätischen Geweihen.

Auf den Lichtungsflächen des Urwaldes konnten wir riesige Bestände des bis zu 2 Meter hohen Adlerfarns in Augenschein nehmen. Dieser Farn zeichnet sich durch nur einen Wedel in der Vegetationsperiode aus, bis er im Winter abstirbt und im neuen Jahr wieder neu austreibt. In dem Urwald sind die natürlichen Verjüngungen schön zu erkennen sowie der Zerfall der absterbenden Eichen und Buchen zu Humus. Manche Veteranen bestehen nur noch aus ein paar Zentimeter dicker Rindenschicht und Kambium und treiben nur noch an wenigen Astteilen aus. Buchen, die durch Stürme entwurzelt wurden, liegen flach am Boden mit steil aufragenden Wurzeltellern und sind trotz geringem Kontakt zum Waldboden doch noch vital. Auf unserem etwa zweistündigen Rundgang mit Passagen auf Bohlenwegen ähnlich wie bei Moorbegehungen waren wir fasziniert von der Fülle der Natur, die sich selbst überlassen bleibt und immer wieder neues Leben hervorbringt. Als Pomologen hatten wir auf dem Rundgang einen weiteren Höhepunkt zu verzeichnen, indem wir einen knorrigen zerklüfteten alten „Wildapfelbaum“ entdeckten. Ein großer Dank gilt Frau Zimmermann für die interessante Führung, ein einmaliges Erlebnis!

(Klaus Schuh)


Landesgruppe Hessen bei der CiderWorld (15.04.2018)

Im Gesellschaftshaus des Palmengartens in Frankfurt fand auch dieses Jahr wieder die weltgrößte Apfelweinmesse statt – unter dem neuen Namen CiderWorld '18. Es kamen 97 Aussteller, darunter Keltereien, Apfelweinhersteller und sonstige mit dem Apfelwein verbundene Organisationen und Firmen aus 17 Ländern und zeigten ihre Produkte. Irland war Gastland und viele Besucher ließen sich Irish Cider und einiges mehr von den 11 irischen Ausstellern munden. Das herrliche Frühlingswetter lockte zahlreiche Gäste an und machte die Messe wieder zum vollen Erfolg. Mit dem neuen "CiderWorld Award" wurden auch hessische Produzenten ausgezeichnet, einige davon selber Mitglied im Pomologen-Verein.

Wie in den Jahren zuvor präsentierte sich die Landesgruppe Hessen mit einer für diese Jahreszeit noch recht umfangreichen Sortenausstellung von Werner Nussbaum und vielen nützlichen Informationen zum Thema „Alte Obstsorten“. Unser Stand, abwechselnd betreut von 7 Landesgruppen-Mitgliedern, war gut besucht und der Bedarf an Wissen zu den alten Obstsorten groß. Besonders die hessischen Lokalsorten des Jahres fanden große Aufmerksamkeit und Interesse beim Publikum. Neben allgemeinen Fragen wurden, beispielsweise von den anderen Ausstellern, sehr spezifische Probleme in Bezug auf Anbau, Bezugsquellen, Pflege und Verwendung mit uns erörtert.


Landesgruppe Hessen begrüßt das 250. Mitglied (März 2018)

Die „magische“ Zahl 250 wurde Ende Januar durch den Beitritt der Straußwirtschaft und Kelterei Rote Pumpe in Bad Nauheim/Nieder-­Mörlen erreicht (Ulli & Philipp Schwabe GbR). Mit der Roten Pumpe bestehen schon langjährige Kontakte. So fand 2007 dort ein „Runder Tisch – Alte Obstsorten“ statt, und 2014 produzierte Fam. Schwabe für uns den sortenreinen Anhalter­-Apfelsaft zur Lokalsorte des Jahres 2015. Überhaupt bilden sortenreine Apfelweine und -säfte aus Streuobst einen Schwerpunkt der Produktpalette, was natürlich gut zur Arbeit des Pomologen-Vereins passt.

Die offizielle Begrüßung fand am 14. März im Rahmen des Arbeitseinsatzes auf der Pomologen-­Wiese zwischen Ostheim und Ober-Mörlen statt. Die Landesvertreter überreichten Ulli Schwabe einen Hochstamm der hessischen Lokalsorte 2018 „Ruhm aus Kelsterbach“. Dieser soll in Bad Nauheim auf einer Obstwiese seinen Platz finden, die von der Roten Pumpe gemeinsam mit den Anwohnern des Goldsteins bewirtschaftet wird.

Die Wetterauer Zeitung war vor Ort und berichtet hier.

(Robert Scheibel)


Hessische Lokalsorte 2018 – Ruhm aus Kelsterbach

Wie der Name sagt, stammt diese Apfelsorte aus Kelsterbach, westlich von Frankfurt gelegen – sie soll um 1900 auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei gestanden haben. Nach den Aufzeichnungen des Hofheimer Pomologen Richard Zorn, der die Sorte 1934-39 als „Schöner aus Kelsterbach“ erstmals beschrieb, handelt es sich um einen Streifling, der zu den Tafel- und guten Wirtschaftsäpfeln zählt. In den 1940er-Jahren taucht die Sorte im Sortenverzeichnis der Provinz Hessen-Nassau und in der Zeitschrift „Das Gartenjahr“ auf.

Der ‘Ruhm aus Kelsterbach’ reift im Oktober und hängt lange am Baum, die Genussreife beginnt im Dezember und reicht bis März und länger. Der Ertrag ist hoch und regelmäßig. Das weißliche Fruchtfleisch ist saftig, anfangs mit kräftiger Säure, leicht gewürzt und aromatisch. Aus den Früchten lässt sich ein guter sortenreiner Saft/Apfelwein erzeugen. Auf dem Lager ist der „Kelsterbacher“ ausgewogen süß-sauer und als Essapfel nutzbar. Die mittelgroßen Früchte sind überwiegend von einer leuchtend hellroten Deckfarbe überzogen und mit zahlreichen rostartigen Schalenpunkten versehen. Daher kommt es manchmal zur Verwechslung mit der Roten Sternrenette.

An Boden und Klima werden keine hohen Ansprüche gestellt. Die Sorte ist robust und widerstandsfähig, insbesondere gegen Schorf. Die Bäume werden recht groß und häufig neigt sich der Stamm zur Seite. Die Aktion 2018 wird vom Verein „Main-Taunus Naturland und Streuobst“, von der Stadt Kelsterbach und von den Baumschulen Köhler und Heinrich unterstützt.

Weitere Informationen zum Ruhm aus Kelsterbach finden Sie in unserem Faltblatt:

Faltblatt Hessische Lokalsorte 2018

Baumschulen

Die Hessische Lokalsorte 2018 ‘Ruhm von Kelsterbach’ ist neben anderen alten Obstsorten in folgenden Baumschulen zu beziehen:
Köhler Baumschulen, 63486 Bruchköbel, www.baumschule-koehler.de
Baumschule Heinrich, 65474 Bischofsheim, baumschule.heinrich(at)t-online.de

Unterstützt wird die Kampagne 2018 durch:

• Stadt Kelsterbach, www.kelsterbach.de
• Main-Taunus Naturland und Streuobst e.V., www.streuobst-mtk.de


Rückblick 20. Hessische Pomologentage 2017

Die 20. Hessischen Pomologentage hatten es in sich. Trotz Orkan-Nacht strömten über 2000 Besucher ins Haus des Gastes und ließen sich einfangen von Düften, Präsentationen und reichlich Informationen zu historischen Apfelsorten, auch über diejenigen, die von Allergikern häufig gut vertragen werden. Zum Jubiläum konnte eine alte Tradition in neuem Gewand wiederbelebt werden: Bei einem 5-Gänge-Apfelbuffet mit kleiner Kochshow genossen über 60 Gäste einen informativen und humorvollen Abend. In dessen Rahmen erhielt Hans-Thomas Bosch als einer der versiertesten Sortenkenner aus dem südlichen Raum Deutschlands den Oberdieck-Preises 2017. Der Apfelmarkt bot neben der Sortenausstellung wieder eine vielfältige Auswahl an Köstlichkeiten und Kunsthandwerk. Die Elbetalschule zeigte ein Apfelmärchen per Rollenkino. Einige Marktteilnehmer sind schon (fast) seit Beginn dabei, wie zum Beispiel die Sektkellerei Döhne, die Streuobstinitiative SILKA, das Saftmobil und die Baumschule Pflanzlust. Der Pomologen-Verein e.V. als ebenfalls langjähriger Kooperationspartner war mit einem Infostand und Büchertisch präsent.

Ein ausführlicher Bericht mit weiteren Fotos ist auf der Homepage der Stadt Naumburg zu finden.


Hessische Lokalsorte 2017 – Hartapfel

Die Wetzlarer Lokalsorte ‘Hartapfel’ wurde erstmals auf der Herbsttagung „25 Jahre Pomologen-Verein e.V.“, welche von der Landesgruppe Hessen Anfang September 2016 in Wetzlar ausgerichtet wurde, als 15. Hessische Lokalsorte des Jahres präsentiert. Im Rahmen einer Exkursion auf den „Weinberg“, einer Schutzgebietsfläche der NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe, konnte durch die große Teilnehmergruppe ein erster Baum gepflanzt werden. Weitere Jungbäume wurden im Herbst 2016 und Frühjahr 2017 in Zusammenarbeit mit der Stadt Wetzlar, der Gemeinde Solms und der NABU-Stiftung gepflanzt.

Wie in jedem Jahr hat die Landesgruppe Hessen auf dem Apfelmarkt der Naturschutz-Akademie Hessen, am letzten Sonntag im September, die Lokalsorte des Jahres vorgestellt. Mit dem neuen Faltblatt und einem Plakat sowie zahlreichen Früchten, konnte die Sorte der Öffentlichkeit schmackhaft gemacht werden. Gleichzeitig präsentierte Steffen Kahl ein neues Fruchtmodell (Nr. 03/103) der Firma SOMSO-Modelle, welches die Apfelsorte wie immer in äußerster Naturtreue darstellt.

Im Frühjahr 2017 konnte eine Pflanz- und Pflegeaktion in Solms-Albshausen durchgeführt werden. Hier wurden zwei Bäume aus privater Nachzucht gepflanzt und ein stark abgängiger Altbaum geschnitten bzw. verjüngt. Die Aktion hat trotz starkem Regen allen Beteiligten viel Spaß gemacht – selbst der Bürgermeister der Gemeinde Solms, der selber ein altes Baumstück besitzt, hat mit Begeisterung bei der Pflanzung Hand angelegt.

Eine ausführliche Sortenbeschreibung des Hartapfels bietet das Faltblatt, das sich hier herunterladen lässt: Faltblatt Hessische Lokalsorte 2017
Außerdem ist sie in der neuen Broschüre „Erhaltenswerte Obstsorten für Hessen“ (Seite 64/65) zu finden.


Bericht über 15 Jahre Landesgruppe Hessen (Aug. 2016)

Im Jahre 2016 feiert der Pomologen-Verein sein 25-jähriges Bestehen. Auch die Landesgruppe Hessen gibt es schon seit 15 Jahren. In der folgenden Datei finden Sie einen Rückblick von den Anfängen bis heute. (In gekürzter Form ist dieser Artikel im Jahrbuch 2016 enthalten.)

15 Jahre Landesgruppe Hessen (PDF, 328 KB)


Apfelwein Weltweit (10.04.2016)

Im Gesellschaftshaus des Palmengartens in Frankfurt fand die diesjährige Messe „Apfelwein Weltweit“  statt. Es kamen ca. 100 Aussteller, darunter Keltereien,  Apfelweinhersteller und sonstige mit dem Apfelwein verbundene Organisationen und Firmen aus 16 Ländern und zeigten ihre Produkte. Japan war das Gastland, und die Asiaten zeigten dem Publikum, dass auch sie das Handwerk der Apfelweinherstellung verstehen.

Wie in den letzten Jahren präsentierte sich die Landesgruppe Hessen mit einer Sortenausstellung von Werner Nussbaum und vielen nützlichen Informationen zum Thema „Alte Obstsorten“.
Der Stand war gut besucht und der Bedarf an Wissen zu den alten Obstsorten groß. Besonders unsere hessischen Lokalsorten des Jahres fanden große Aufmerksamkeit und Interesse beim Publikum.


Pflanzaktion Hessische Lokalsorte 2016 – Weilburger (06.04.2016)

Es ist schon eine kleine Tradition der Künstlergruppe „artelinos“ aus dem Kreis Usingen, in Neuweilnau die hessische Lokalsorte des Jahres zu pflanzen. So fanden sich wieder Mitglieder der Künstlergruppe sowie der Landesgruppe Hessen auf dem Schlossberg ein, um die diesjährige Lokalsorte ‚Weilburger’ zu pflanzen. Bei gutem Wetter und bester Laune wurde ein Jungbaum eingepflanzt und mit einem entsprechenden Hinweisschild versehen. Von Steffen Kahl gab es Wissenswertes über den Weilburger und darüber, wie diese lange Zeit als verschollen geltende Sorte wiederentdeckt wurde. Natürlich wurden auch die gepflanzten Bäume der letzten Jahre begutachtet und zum Teil der Pflege unterzogen.

Alles weitere zur Hessischen Lokalsorte 2016 ‚Weilburger’ finden Sie auf der Jahressorten-Seite.


Runder Tisch – Alte Obstsorten: Reiserbörse (03.04.2016)

Auch in diesem Jahr veranstaltete die Landesgruppe Hessen wieder ihre Reiserbörse mit einem kleinen Rahmenprogramm. Sie fand in der Naturschutz-Akademie Hessen in Wetzlar statt. Da es sich um eine öffentliche Kooperationsveranstaltung handelte, konnten wir nicht nur die Räumlichkeiten kostenlos nutzen, sondern auch die Reiserbörse bekannter machen und Nicht-Mitgliedern die Teilnahme ermöglichen.

Zur Veranstaltung fanden sich insgesamt 36 Personen ein, wovon 25 Mitglieder und 11 Gäste waren. Bei Kaffee & Kuchen lauschte man gespannt dem Vortrag von Volker Dietz (Lehrbeauftragter im Landesverband Hessischer Imker e.V.) über „Bienen – Bestäubungsleistung und Fruchtqualität“, bevor es zum Reisertausch ging. Auf den bereitgestellten Tischen wurden wieder jede Menge Edelreiser der verschiedenen Sorten ausgebreitet und jeder konnte sich für seinen Bedarf eindecken. Neben dem fachlichen Austausch über Veredelungen wurden neue Kontakte geknüpft und sogar das ein oder andere neue Mitglied unter den Gästen gewonnen.

Es folgte ein Jahresrückblick der Landesgruppe Hessen, den Steffen Kahl präsentierte. Zum Abschluss stellten Steffen Kahl und Werner Nussbaum den aktuellen Stand der Planungen zum bevorstehenden Jubiläum vor, der mit den Mitgliedern diskutiert wurde.


Fruchtmodelle – sortenecht und wunderschön!

Dass in der heutigen Zeit überhaupt noch pomologische Fruchtmodelle aus Papiermaché angefertigt werden, ist ein kleines Wunder. Doch die Firma Marcus Sommer SOMSO Modelle GmbH aus Coburg hat die Fähigkeit, Apfelmodelle in filigraner Handarbeit – wie vor 130 Jahren – herzustellen. Dabei werden die Früchte abgeformt, in Papiermaché modelliert, gewachst und handbemalt. Außerdem bekommen sie naturgetreue Stiele, Kelchblätter und teilweise sogar eine Frostzunge, Schorffleck oder eine Stielnase – eben wie im Original.

Alle SOMSO Modelle werden von hochqualifizierten Fachkräften in individueller Handarbeit gefertigt. Die Bemalung der naturgetreuen Nachbildungen, bei denen es sich weitgehend um Naturabgüsse handelt, ist lichtecht und sonnenbeständig. Somit wird jede Fruchtnachbildung zu einem unverwechselbaren Einzelstück.

Inzwischen ist das Sortiment an pomologischen Fruchtmodellen der Fa. SOMSO wieder auf über 100 Sorten angewachsen. Darunter finden sich auch alle hessischen Sorten, die bisher zur „Hess. Lokalsorte des Jahres“ gekürt wurden.

Bisher erschienene Nachbildungen der „Hess. Lokalsorte des Jahres“:

JahrSorteKat. Nr.
2003Heuchelheimer Schneeapfel03/85
 "Heuchelheimer Schneeapfel – Stielhälfte03/85-1
 "Heuchelheimer Schneeapfel – Kelchhälfte03/85-2
2004Körler Edelapfel03/95
2005Ditzels Rosenapfel03/94
2006Gacksapfel03/48
2007Kloppenheimer Streifling03/46
2008Ausbacher Roter03/42
2009Dorheimer Streifling03/47
2010Gestreifter Matapfel03/97
2011Metzrenette03/96
2012Spitzrabau03/84
2013Siebenschläfer03/16
2014Vaterapfel ohne Stielnase03/45
 "Vaterapfel mit Stielnase03/45-1
2015Anhalter03/44
2016Weilburger03/98
2017Hartapfel03/103
2018Ruhm aus Kelsterbach03/114
2019Kalbfleischapfel03/88
2020Lippoldsberger Tiefenblüte03/147

Diese, sowie alle anderen Fruchtmodelle bieten einen ästhetischen Genuss für jede obstbauliche Dekoration. Sie erfreuen jeden Pomologen und Liebhaber alter Traditionen und können bei Ausstellungen und Fortbildungsveranstaltungen ihren Teil zum Erhalt der Sortenvielfalt in Hessen beitragen.

Sie sind nicht nur sortenecht, sondern auch wunderschön!

Die SOMSO-Fruchtmodelle sind über die Firma Marcus Sommer SOMSO Modelle GmbH in Coburg, www.somso.de zu beziehen.

(Steffen Kahl)

 


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