Archiv – ältere Artikel der Landesgruppe Hessen

Neue SOMSO-Modelle aus „Hessen“

Auch in den Jahren 2018/2019 wird das Sortiment an „hessischen“ Obstsorten durch die Fruchtmodelle der Firma Marcus Sommer SOMSO Modelle GmbH aus Coburg ergänzt. SOMSO® bietet auf Anfrage ein umfassendes Programm an Fruchtmodellen und Lebensmittelnachbildungen. Die Modellfertigung aus Papiermaché hat im Hause Sommer eine große Tradition und wird inzwischen in der 5. Generation hergestellt. Dabei entsteht ein Fruchtmodell in filigraner Handarbeit und Einzelstückfertigung. Das traditionelle Fertigungsverfahren schafft ein Ergebnis höchster Naturtreue und bietet einen ästhetischen Genuss für jede pomologische Ausstellung und Dekoration.

Inzwischen ist ein eigener Katalog in der Botanik entstanden und die Reihe der Papiermaché-Früchte wird fortgesetzt. Unter den hessischen Regional- und Lokalsorten sind im Laufe der Zeit knapp 20 Modelle entstanden. Zu den neuesten Modellen zählen die Sorten Ruhm aus Kelsterbach, Carpentin und Kalbfleischapfel. Somit sind alle bisherigen „Hessischen Lokalsorten des Jahres“ vom Heuchelheimer Schneeapfel (2003) bis zum Kalbfleischapfel (2019) als Fruchtmodell erhältlich.

Die Sorte Carpentin wurde als historische, überregionale Sorte ebenfalls durch S. Kahl in Auftrag gegeben. Es ist eine historische Apfelsorte, die früher in Hessen und Hessen-Nassau besonders für die Apfelweinherstellung angebaut wurde. Bereits die Ur-Pomologen Christ und Diel kannten diese charakteristische Sorte und schätzten sie sehr. Auch wenn der Carpentin in den letzten Jahren wieder ein stärkeres Interesse erfahren hat, zählt die Sorte zu den Raritäten – in Hessen sind bisher nur drei Altbäume bekannt!

Die SOMSO-Fruchtmodelle sind über die Firma Marcus Sommer SOMSO Modelle GmbH in Coburg zu beziehen.

(Steffen Kahl)


Sommer-Exkursion nach Nordhessen (03.06.2018)

Am 3. Juni 2018 unternahmen im Rahmen des Runden Tisches „Alte Obstsorten“ rund 30 Mitglieder der hessischen Landesgruppe des Pomologen-Vereins einen Ausflug nach Nordhessen, der von Steffen Kahl und Manfred Seydel organisiert wurde.

Erster Punkt des prall gefüllten Programmes war der Besuch der Bioland-Baumschule „Pflanzlust“ in Nothfelden bei Wolfhagen. Von der Familie Heinrich Niggemeyer wurden wir herzlich empfangen und mit selbstgebackenem Kirschstreuselkuchen und Kaffee verwöhnt. Wie uns die Besitzer des Betriebs mitteilten, besteht dieser seit 30 Jahren und hat sich schwerpunktmäßig auf die Vermehrung von alten Obstsorten spezialisiert. Aufgrund der hohen Qualität und des seltenen Angebotes zahlreicher sortenechten alten Obstsorten bekam der Betrieb 2010 den Förderpreis ökologischer Landbau verliehen. Auch im Rahmen der jährlichen Aktion der Hessischen Lokalsorte des Jahres beteiligt sich Pflanzlust am Vermehren dieser erhaltenswerten Sorten. In der großen aus Holz konstruierten Eingangs- und Verkaufshalle hängen dekorative Bilder der angebotenen Obstarten und Obstsorten. Besonders eindrucksvoll waren die angebotenen Bäume in großen Pflanzkübeln ausgestellt. Selbst diese traditionell hergestellten Holzkübel von einer Küferei sind in der Baumschule erhältlich. Sehr einladend waren die Außenwände des Gebäudes mit Pfirsich- und Aprikosenspalieren bepflanzt und das Dach mit verschiedenen Pflanzen begrünt.

Der Betrieb hat acht Mitarbeiter, vier davon sind in der Baumschulproduktion und -beratung tätig und die übrigen vier Mitarbeiter im Verkauf und Beratung von Gartenpflanzen beschäftigt. Immer mehr drängt sich der Einkauf über das Internet in den Vordergrund, sodass die meisten Obstbäume wurzelnackt mit Speditionen oder per DHL versendet werden. Neben den Obstgehölzen werden Stauden, Alleebäume und viele weitere Gartenartikel angeboten, denn eine Baumschule ohne breite Produktpalette kann heute nicht mehr existieren, wie Niggemeyer berichtete. Jährlich werden 20000 Unterlagen der verschiedenen Wuchsstärken aufgeschult zum Okulieren im Juli bis August. Davon wird die Hälfte als pflanzfertige Obstgehölze veräußert.

Die Pflanzäcker haben eine Ausdehnung von sechs Hektar, etwa drei Hektar verbleiben als Brachland zur Regenerierung des Bodens. Die Quartiere sind reihenweise nach Obstarten und Unterlagen getrennt und befinden sich auf einer Anhöhe. Um ein gutes Wurzelwerk der Jungbäume zu erhalten, werden diese dreimal verschult. Es werden nur natürliche Düngemittel verwendet und der Boden mit den Jungbäumen mit einem an einer Winde gezogenen Pflug angehäufelt, ähnlich wie im Kartoffelanbau. Dies hat den Zweck der Wühlmausabwehr, da sich die Plagegeister im lockeren Boden der Anpflanzungen nicht wohlfühlen. Blattläuse werden durch Abstreifen mit der Hand aus den jungen Leittrieben der Gehölze beseitigt. Zum Schutz der Baumschule gegen holzbohrende Insekten wird eine 70% Alkohollösung verwendet und abgefüllt in trichterförmigen Flaschen in den Baumreihen aufgehängt. Zum Abschluss der Besichtigung, die für uns sehr informativ und erkenntnisreich war, überreichte Steffen Kahl zum Dank der Familie Niggemeyer das neue Poster „Birnenvielfalt“ der hessischen Landesgruppe.

Weiter führte uns die Erlebnistour in nördliche Richtung nach Niederlistingen am ruhigen Flugplatz Calden vorbei. Die aufgesuchte Streuobstwiese und der Streuobstlehrpfad wurde uns von Manfred Seydel und Helmut Sauerland erläutert. Die beiden Ortskundigen klärten uns über Anpflanzungen, Geschichte, Neuanpflanzungen und Vermarktung des unbehandelten Obstes auf, das durch die Streuobstinitiative SILKA in Form von naturtrüben Säften mit 100% Fruchtanteil veräußert wird. An dem nach Süden ausgerichteten Hang stehen 1100 Kern- und Steinobstbäume sowie Walnüsse und Speierlinge, insgesamt über 100 verschiedene Sorten. In den letzten fünf Jahren wurden durch örtliche Initiativen und Privatleute 450 neu Bäume, darunter auch regionale Besonderheiten, nachgepflanzt. Der Schnitt der Obstgehölze erfolgt in unregelmäßigen Intervallen. Die Beweidung wird durch Schafe eines örtlichen Schäfers vorgenommen. Alle Bäume besitzen eine Nummer. Aus einer selbst aufgelegten Begleitbroschüre können die Sortennamen und die Besonderheiten der Frucht entnommen werden. Mit reichlichen Eindrücken versehen konnten wir neue Erkenntnisse gewinnen und in Fachgesprächen über pomologischen Themen vertiefen und hatten zudem die Gelegenheit die Variation der verschiedenen naturbelassenen Säfte zu probieren und waren der Meinung, dass die Säfte sehr vollmundig schmeckten mit der nötigen Süße und Säure.

Das Mittagessen nahmen wir in Niederlistingen im Gasthaus „Zur Linde“ ein. Mit einem deftigen Schweinebraten mit Beilagen und einem fleischlosen Gericht vom warmen Büffet gestärkt, konnte der zweite Abschnitt des Ausflugs zur Domäne Beberbeck, ein Stadtteil von Hofgeismar, in Angriff genommen werden. Eine durch eine alte Eichenallee führende schmale Straße leitete uns zu dem ältesten Wildapfelbaum (Malus silvestris) mitten in der Landschaft, freistehend ohne weiteren Baumbewuchs bis auf einen Schwarzen Holunder. Der Apfelbaum soll etwa 250 Jahre alt sein, ist neun Meter hoch, hat einen Umfang von 2,9 Metern und ist innen hohl. Trotz des hohen Alters fruchtet der Baum regelmäßig, und wie uns Werner Nussbaum erklärte, ist für seine Generhaltung durch Aussaat von Kernen des Wildapfels gesorgt.

Der letzte Teil unserer Entdeckungstour führte in das über 100 Jahre alte Naturschutzgebiet „Urwald Sababurg“ mit einer Ausdehnung von 93 Hektar. Das Gebiet ist eine ehemalige Waldweide-Landschaft mit vielen bis zu 500 Jahre alten Eichen und auch ebenfalls mächtigen Buchen. In dem Laubwald wurden Jahrhunderte lang Haustiere wie Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine und Pferde gehütet. In Notzeiten wurde das Laub zum Verschnitt mit Heu den Haustieren im Winter verfüttert. Für die Fürsten war der Reinhardswald ein beliebtes Jagdgebiet mit kapitalem Rotwild mit majestätischen Geweihen.

Auf den Lichtungsflächen des Urwaldes konnten wir riesige Bestände des bis zu 2 Meter hohen Adlerfarns in Augenschein nehmen. Dieser Farn zeichnet sich durch nur einen Wedel in der Vegetationsperiode aus, bis er im Winter abstirbt und im neuen Jahr wieder neu austreibt. In dem Urwald sind die natürlichen Verjüngungen schön zu erkennen sowie der Zerfall der absterbenden Eichen und Buchen zu Humus. Manche Veteranen bestehen nur noch aus ein paar Zentimeter dicker Rindenschicht und Kambium und treiben nur noch an wenigen Astteilen aus. Buchen, die durch Stürme entwurzelt wurden, liegen flach am Boden mit steil aufragenden Wurzeltellern und sind trotz geringem Kontakt zum Waldboden doch noch vital. Auf unserem etwa zweistündigen Rundgang mit Passagen auf Bohlenwegen ähnlich wie bei Moorbegehungen waren wir fasziniert von der Fülle der Natur, die sich selbst überlassen bleibt und immer wieder neues Leben hervorbringt. Als Pomologen hatten wir auf dem Rundgang einen weiteren Höhepunkt zu verzeichnen, indem wir einen knorrigen zerklüfteten alten „Wildapfelbaum“ entdeckten. Ein großer Dank gilt Frau Zimmermann für die interessante Führung, ein einmaliges Erlebnis!

(Klaus Schuh)


Landesgruppe Hessen bei der CiderWorld (15.04.2018)

Im Gesellschaftshaus des Palmengartens in Frankfurt fand auch dieses Jahr wieder die weltgrößte Apfelweinmesse statt – unter dem neuen Namen CiderWorld '18. Es kamen 97 Aussteller, darunter Keltereien, Apfelweinhersteller und sonstige mit dem Apfelwein verbundene Organisationen und Firmen aus 17 Ländern und zeigten ihre Produkte. Irland war Gastland und viele Besucher ließen sich Irish Cider und einiges mehr von den 11 irischen Ausstellern munden. Das herrliche Frühlingswetter lockte zahlreiche Gäste an und machte die Messe wieder zum vollen Erfolg. Mit dem neuen "CiderWorld Award" wurden auch hessische Produzenten ausgezeichnet, einige davon selber Mitglied im Pomologen-Verein.

Wie in den Jahren zuvor präsentierte sich die Landesgruppe Hessen mit einer für diese Jahreszeit noch recht umfangreichen Sortenausstellung von Werner Nussbaum und vielen nützlichen Informationen zum Thema „Alte Obstsorten“. Unser Stand, abwechselnd betreut von 7 Landesgruppen-Mitgliedern, war gut besucht und der Bedarf an Wissen zu den alten Obstsorten groß. Besonders die hessischen Lokalsorten des Jahres fanden große Aufmerksamkeit und Interesse beim Publikum. Neben allgemeinen Fragen wurden, beispielsweise von den anderen Ausstellern, sehr spezifische Probleme in Bezug auf Anbau, Bezugsquellen, Pflege und Verwendung mit uns erörtert.


Rückblick 20. Hessische Pomologentage 2017

Die 20. Hessischen Pomologentage hatten es in sich. Trotz Orkan-Nacht strömten über 2000 Besucher ins Haus des Gastes und ließen sich einfangen von Düften, Präsentationen und reichlich Informationen zu historischen Apfelsorten, auch über diejenigen, die von Allergikern häufig gut vertragen werden. Zum Jubiläum konnte eine alte Tradition in neuem Gewand wiederbelebt werden: Bei einem 5-Gänge-Apfelbuffet mit kleiner Kochshow genossen über 60 Gäste einen informativen und humorvollen Abend. In dessen Rahmen erhielt Hans-Thomas Bosch als einer der versiertesten Sortenkenner aus dem südlichen Raum Deutschlands den Oberdieck-Preises 2017. Der Apfelmarkt bot neben der Sortenausstellung wieder eine vielfältige Auswahl an Köstlichkeiten und Kunsthandwerk. Die Elbetalschule zeigte ein Apfelmärchen per Rollenkino. Einige Marktteilnehmer sind schon (fast) seit Beginn dabei, wie zum Beispiel die Sektkellerei Döhne, die Streuobstinitiative SILKA, das Saftmobil und die Baumschule Pflanzlust. Der Pomologen-Verein e.V. als ebenfalls langjähriger Kooperationspartner war mit einem Infostand und Büchertisch präsent.

Ein ausführlicher Bericht mit weiteren Fotos ist auf der Homepage der Stadt Naumburg zu finden.


Rückblick 19. Hessische Pomologentage 2016

Dazu ist folgender Bericht auf der Website der Stadt Naumburg erschienen:

» Bericht lesen … (externer Link)


Zwei neue SOMSO-Modelle

Nachdem 2018/2019 das Sortiment an „hessischen“ Apfelsorten durch die SOMSO®-Fruchtmodelle Ruhm aus Kelsterbach (Nr. 03/114), Kalbfleischapfel (Nr. 03/88) und Carpentin (Nr. 03/87) ergänzt wurde, sind inzwischen zwei neue Modelle erschienen. Seit Anfang des Jahres 2020 sind die Apfelsorten Lippoldsberger Tiefenblüte (Nr. 03/147) und Hofheimer Glanzrenette (Nr. 03/149) erhältlich. Somit ergänzen sie das Sortiment an Fruchtmodellen hessischer Regional- und Lokalsorten. Inzwischen sind einschließlich Carpentin 20 Sorten erschienen.

Auch die beiden neuen Modelle bestechen durch ihre Schönheit und naturgetreue Verarbeitung. Sie sind wie die anderen Modelle über die Firma Marcus Sommer SOMSO Modelle GmbH in Coburg zu beziehen.

(Steffen Kahl, 23.3.2020)


Apfelwein Weltweit (10.04.2016)

Im Gesellschaftshaus des Palmengartens in Frankfurt fand die diesjährige Messe „Apfelwein Weltweit“  statt. Es kamen ca. 100 Aussteller, darunter Keltereien,  Apfelweinhersteller und sonstige mit dem Apfelwein verbundene Organisationen und Firmen aus 16 Ländern und zeigten ihre Produkte. Japan war das Gastland, und die Asiaten zeigten dem Publikum, dass auch sie das Handwerk der Apfelweinherstellung verstehen.

Wie in den letzten Jahren präsentierte sich die Landesgruppe Hessen mit einer Sortenausstellung von Werner Nussbaum und vielen nützlichen Informationen zum Thema „Alte Obstsorten“.
Der Stand war gut besucht und der Bedarf an Wissen zu den alten Obstsorten groß. Besonders unsere hessischen Lokalsorten des Jahres fanden große Aufmerksamkeit und Interesse beim Publikum.


Runder Tisch – Alte Obstsorten: Reiserbörse (03.04.2016)

Auch in diesem Jahr veranstaltete die Landesgruppe Hessen wieder ihre Reiserbörse mit einem kleinen Rahmenprogramm. Sie fand in der Naturschutz-Akademie Hessen in Wetzlar statt. Da es sich um eine öffentliche Kooperationsveranstaltung handelte, konnten wir nicht nur die Räumlichkeiten kostenlos nutzen, sondern auch die Reiserbörse bekannter machen und Nicht-Mitgliedern die Teilnahme ermöglichen.

Zur Veranstaltung fanden sich insgesamt 36 Personen ein, wovon 25 Mitglieder und 11 Gäste waren. Bei Kaffee & Kuchen lauschte man gespannt dem Vortrag von Volker Dietz (Lehrbeauftragter im Landesverband Hessischer Imker e.V.) über „Bienen – Bestäubungsleistung und Fruchtqualität“, bevor es zum Reisertausch ging. Auf den bereitgestellten Tischen wurden wieder jede Menge Edelreiser der verschiedenen Sorten ausgebreitet und jeder konnte sich für seinen Bedarf eindecken. Neben dem fachlichen Austausch über Veredelungen wurden neue Kontakte geknüpft und sogar das ein oder andere neue Mitglied unter den Gästen gewonnen.

Es folgte ein Jahresrückblick der Landesgruppe Hessen, den Steffen Kahl präsentierte. Zum Abschluss stellten Steffen Kahl und Werner Nussbaum den aktuellen Stand der Planungen zum bevorstehenden Jubiläum vor, der mit den Mitgliedern diskutiert wurde.


Apfel, das vielseitige Obst (Nov. 2015)

Hunderte Besucher tummelten sich am Wochenende bei Naumburger Pomologentagen

Dieser Beitrag zum Oberdieck-Preis-Träger 2015, Steffen Kahl, ist am 02.11.2015 in der Hessisch Niedersächsischen Allgemeinen erschienen.

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Arbeitseinsatz auf der Pomologen-Wiese (15.04.2015)

Bei frühsommerlichem Wetter trafen sich acht Mitglieder aus Mittel- bis Südhessen zur Pflege der 28 Obstbäume auf der Pomologen-Wiese bei Butzbach-Ostheim. Dort haben rare Apfel-, Birnen- und Steinobstsorten eine Heimat gefunden, die mit pomologischen Persönlichkeiten im Zusammenhang stehen, wie zum Beispiel Flotows Mirabelle und Burchards Renette. Zusätzlich zum Erziehungsschnitt führten die Aktiven an acht Bäumen Ergänzungs- und Nachveredlungen durch. Wenn diese alle angehen, sind die Veredlungsarbeiten fast vollständig abgeschlossen.


„Runder Tisch – Alte Obstsorten“ zum 'Anhalter' in Ober-Mörlen (25.10.2014)

Die „Hessische Lokalsorte 2015“, der Anhalter, kommt insbesondere noch im Taunus und im Raum Frankfurt vor. Auch am Übergang vom Taunus zur Wetterau wurden bei Kartierungen einige Altbäume gefunden. So war die hessische Landesgruppe des Pomologen-Vereins mit seinem „Runden Tisch – Alte Obstsorten“ am 25.10.2014 beim NABU Ober-Mörlen zu Gast, der zu den Partnern der Aktion 2015 gehört.

NABU-Vorsitzender Robert Scheibel und der stellvertretende Landessprecher des Pomologen-Vereins, Steffen Kahl, konnten Gäste aus ganz Hessen auf einer von der Naturschutzgruppe betreuten Streuobstwiese begrüßen. Zunächst wurde als Beitrag zum Sortenerhalt ein Anhalter-Setzling fachgerecht in den Boden gebracht. Dann folgte ein Rundgang über die große Obstwiese, die nicht nur Steinkauz und Gartenrotschwanz eine Heimat bietet, sondern auch 50 verschiedenen Apfelsorten. Dabei steuerte die Gruppe insbesondere Bäume mit seltenen oder lokalen Sorten an, zum Beispiel den Gestreiften Matapfel, den Westerwälder Grünapfel, Luxemburger Triumph, Cox Pomona und natürlich den Anhalter. Nach einer Stärkung mit Kaffee und Kuchen wurde mit vereinten Kräften ein alter Anhalter-Baum geschnitten, um ihn möglichst lange zu erhalten.

Nach zweieinhalb Stunden an der frischen Luft wechselten die Teilnehmer in einen Versammlungsraum im Schlosshof. Robert Scheibel zeigte Bilder zu den vielfältigen Streuobstaktivitäten der Ober-Mörler Gruppe, anschließend referierte Steffen Kahl über die Sortengruppe der „Borsdorfer Renetten“. Nach einer Pause mit Bewirtung durch das benachbarte Café-Bistro nutzte die Landesgruppe die Zusammenkunft für ihre Mitgliederversammlung inklusive Rückblick auf die zurückliegenden Aktivitäten und Ausblick auf das kommende Jahr.

(Robert Scheibel)


Hessische Lokalsorte 2014 – Vaterapfel

Der ‘Vaterapfel’ stammt aus Nordhessen. Diese seltene Lokalsorte wurde vor einigen Jahren in Holzhausen am Hahn wiederentdeckt und war bisher nicht pomologisch beschrieben.

Alles Weitere zur Hessischen Lokalsorte 2014 ‘Vaterapfel’ finden Sie auf der Jahressorten-Seite.


Runder Tisch – Alte Obstsorten: Exkursion Siebenschläfer (Juni 2013)

Rund zwei Dutzend Teilnehmer haben sich zum Sommer-Treffen 2013 der Landesgruppe von Steffen Kahl durch Werdorfer Obstwiesen führen lassen. Thema war die Hessische Lokalsorte 2013 – der Siebenschläfer – sowie das gleichnamige Tier (Glis glis).

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Hessische Lokalsorte 2013 – Siebenschläfer

Bei diesem Siebenschläfer handelt es sich nicht um einen Vertreter der Bilche, sondern um eine hessische Apfelsorte, die regional an Lahn und Dill vorkommt. Sie stammt ursprünglich aus dem Solmsbachtal bei Braunfels.

Der Name deutet ebenso wie das Synonym „Faulenzer“ auf die sehr späte Blüte und den noch späteren Austrieb der Sorte hin. Anfang des 20. Jh. wurde sie stark für den Altkreis Wetzlar empfohlen, wo sie sich entsprechend verbreitet hat. Der Siebenschläfer zeichnet sich durch seine extrem späte Blüte, schöne Färbung, feste Schale und Wiederstandsfähigkeit gegenüber Krankheitserregern aus.

Bericht über den „Siebenschläfer“

Faltblatt Sortenbeschreibungen


Wanderung in der Wetterau (Juni 2012)

Die „Sommer-Ausgabe“ der über das Jahr verteilten Treffen der Landesgruppe Hessen fand in der westlichen Wetterau statt. Obwohl es fast den ganzen Tag stark regnete, begab sich ein dutzend Teilnehmer auf die Wanderung unter Führung von Robert Scheibel.

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Oberjosbacher Apfelweinpreis (April 2012)

Der 1. Oberjosbacher Apfelweinpreis wurde an die Landesgruppe Hessen für ihren Beitrag zur Kartierung der Obstbäume in Oberjosbach verliehen, bei der viele seltene Sorten registriert wurden, unter anderen der Gestreifte Matapfel (Hessische Lokalsorte 2010). Die Preisübergabe durch Günter F. Döring, Bürgermeister von Niedernhausen, erfolgte im Rahmen der 11. Apfelweinverkostung am 20. April 2012.

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