Oberdieck-Preis 2026 an Josef Wittmann

Auf der dies­jährigen Frühjahrs­tagung des Pomologen-Vereins im hessischen Naumburg wurde Josef Wittmann aus Bayern mit dem renommierten Oberdieck-Preis geehrt. Der mit 2.000 € dotierte Preis würdigt sein heraus­ragendes Engagement für den Erhalt der Obstsorten­vielfalt.

Sabine Fortak, 1. Vorsitzende des Pomologen-Vereins e.V., Karin Rietmann, NABU Bundes­fach­ausschuss (BFA), Sebastian Lesch, Bürger­meister von Naumburg und Gerd Bergmann vom Landes­betrieb Landwirt­schaft Hessen, die als Stifter­gemeinschaft gemeinsam für das Preis­geld von 2.000 € aufkommen, dankten Josef Wittmann für seinen außer­gewöhnlichen Einsatz bei der Erhaltung wertvoller historischer Obst­sorten.

Die Laudatio hielt Dr. Norbert Clement, der als Mitglied der Preis-Kommission Wittmanns jahrzehnte­langen unermüd­lichen Einsatz für die Pomologie ausführlich würdigte.

Josef Wittmann hat die pomologische Landschaft in Bayern auch darüber hinaus in außer­gewöhnlicher Weise geprägt. Mit der Gründung des Arbeits­kreises Pomologie im Landkreis Regensburg im Jahr 1997 schuf er eine bis heute aktive Plattform für Sorten­bestimmung, Wissens­transfer und Streuobst­pflege. Als Referent, Seminar­leiter und Ausbilder vermittelt er pomologisches Fach­wissen mit hoher Genauigkeit, Leiden­schaft und großer didaktischer Stärke. Er ist Koordinator diverser Obst­ausstellungen und kooperiert mit Partnern im In- und Ausland.

Eine Obst­sorte liegt ihm besonders am Herzen – die Birnen. Der Erhalt alter, regionaler und unbekannter Sorten wird durch Sorten­sichtung alter Bäume, Sicherung in Baum­schulen und Anlage von Birnen­sorten­gärten und Streuobst­anlagen betrieben. Hier bei der Frühjahrs­tagung konnte Josef Wittmann in einem Vortrag vor 120 Interessierten über seine Entdeckungen bei den rot­fleischigen Birnen berichten. Die Herbst-Blutbirne soll dann auch sein Baum der Wahl für die Oberdieck-Wiese sein.

Zudem zählt Josef Wittmann seit 2005 zu den ersten Streuobst­erlebnis­führern und entwickelte zahl­reiche innovative Führungs­themen und bereichert damit auch den Kultur­tourismus, die Umwelt­bildung und die regionale Identität.