Neue Sortenerfassungs- und Pflege-APP, kurz „SEPP“ jetzt einsatzbereit
Vereinfachte Dokumentation auf der Obstwiese
Eine gute Dokumentation erleichtert Nutzungs- und Pflegearbeiten auf der Obstwiese. Es ist hilfreich zu wissen, wo sich welcher Baum befindet und Baumeigenschaften und Ansprüche an die Pflege zu kennen. Sich alles zu merken oder die eigenen Aufzeichnungen übersichtlich zu gestalten und im Nachhinein zu verstehen, ist nicht einfach. Durch die neue APP wird die Dokumentation unkompliziert und nachvollziehbar.
Zu den Bäumen kann eine Vielzahl Daten zugeordnet werden z.B. Obstart, Alter, Pflegezustand, Pflegemaßnahmen, Sorte und der Stand der Sortenbestimmung. Baumstandorte werden mittels GPS exakt festgehalten. Im Gegensatz zu allgemeinen Baumkatastern berücksichtigt SEPP spezifische Obstbaumkriterien wie Wüchsigkeit, Kronenform, Krankheitssymptome und die Baumpflegehistorie. Auch die Verknüpfung von Fotos ist möglich. So lassen sich bei der nächsten Schnittmaßnahme die Vorher-Nachher Bilder vom letzten Schnitt leicht wiederfinden.
Die Daten können über mobile Geräte oder im Browser am PC eingetragen werden. Vergleichbaren digitalen Werkzeugen fehlt meist die mobile Erfassungsfunktion auch ohne Internetzugang und eine Struktur, die auch die Pflegemaßnahmen und Sortenwissen erfasst. Nutzerinnen und Nutzer der „SEPP“ entscheiden, ob und in welchem Umfang ihre Erfassungen von anderen Nutzern eingesehen werden können. Gemeinschaftliche Erfassungsprojekte sind möglich. Eine Übermittlung auf einen zentralen Server erfolgt in jedem Fall. Die Datensammlung auf dem zentralen Server ermöglicht spätere Auswertungen und damit auch dem Sortenerhalt. Zugriff hat die Sortenerhaltungszentrale Baden-Württemberg (SEZ) und Sortenspezialisten des Pomologen-Vereins. Ein bundesweiter Gebrauch schafft einen großen Datenpool nach einheitlichen Kriterien und hilft, Fragen zum Verhalten von Sorten unter unterschiedlichen klimatischen Bedingungen belastbarer zu beantworten als bisher.
Die Entwicklung der APP war Teil des EIP-Projekts „Zukunftsorientierter Streuobstbau“, das von Mai 2023 bis Dezember 2024 in Baden-Württemberg lief. Ein EIP-Projekt ist ein EU-gefördertes Innovationsprojekt in der Landwirtschaft, bei dem Praxis und Fachleute zusammenarbeiten, um neue Lösungen für praktische Herausforderungen zu entwickeln. Die Sortenzentrale des Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee koordinierte die fachlich beteiligten Partner. Die SEZ entwickelte die APP gemeinsam mit Partnern wie dem Streuobstnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern, der Umweltplan GmbH Stralsund und dem Büro GDI Service Rostock, dem Software-Entwickler für das zugrundeliegende open-Source-Produkt kvwmap. Die SEZ verwendete die APP im Herbst 2024 erstmals im Rahmen ihrer Erhaltungsarbeit. Dabei erfasste sie insgesamt 406 Apfel- und Birnbäume. Die APP erleichterte die Erfassung und das Verknüpfen der Daten deutlich. Auch die Organisation und Dokumentation der Pflege ist nach weiteren Entwicklungsschritten inzwischen praxisreif.
SEPP wird nun vom Pomologen-Verein e.V. betreut und bundesweit angeboten. Eine Anmeldung zur Nutzung der Obstbaumerfassungs-APP ist über einen Fragebogen möglich, der unter folgendem Link zu erreichen ist:
Daraufhin wird den AnwenderInnen der Zugang zur APP freigeschaltet.
Das Entwicklungsteam sieht großes Potenzial für die Zukunft. Fachliche Weiterentwicklungen sind notwendig, um neue wissenschaftliche Erkenntnisse in der Obstgehölzpflege zu integrieren. Auch bei Grafik und Layout sind weitere Entwicklungen denkbar. Für die Anpassung an andere Betriebssysteme wie iOS ist zusätzliche finanzielle Unterstützung erforderlich.
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Ansprechpartner für Mithilfe-Willige:
Ein noch ausführlicherer Bericht zu der APP und ihren Funktionen ist im gemeinsamen Newsletter des PV und der Hochstamm Deutschland hier nachzulesen.












