Mitglied werden

Archiv – ältere Artikel Obstsorte des Jahres

Hessen

Hessische Lokalsorte 2017 – der „Hartapfel“

Der ‚Hartapfel‘ aus dem Lahn-Dill-Gebiet wurde von der hessischen Landesgruppe des Pomologen-Vereins zur 15. Lokalsorte des Jahres gekürt. Die erstmalige Vorstellung erfolgte bei der 25-Jahr-Feier des Pomologen-Vereins, welche von der Landesgruppe Anfang September in Mittelhessen ausgerichtet wurde. Im Rahmen einer Exkursion auf den „Weinberg“ bei Wetzlar, einer Fläche der NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe, wurde sogleich ein junger Baum gepflanzt. Die NABU-Stiftung gehört zu den Unterstützern der Kampagne 2017, wie auch die Baumschule Rinn, die Stadt Wetzlar, die Naturlandstiftung Lahn-Dill und die Stiftung Obstwiesenschutz.

In der Hoffnung, dass diese seltene und geschätzte hessische Lokalsorte auch die nächsten 200 Jahre überdauert, möchten wir gerne auf sie aufmerksam machen. Inzwischen stehen ausreichend Jungbäume für Pflanzungen zur Verfügung. Außerdem ist die Apfelsorte als Fruchtmodell bei der Firma Marcus Sommer SOMSO Modelle (www.somso.de) zu beziehen.

Weitere Infos zum Hartapfel finden sie in unserem Faltblatt:

Faltblatt Hessische Lokalsorte 2017

 

Hessische Lokalsorte 2016 – Weilburger

Hessische Lokalsorte 2016 – Weilburger (Foto: Ottfried Schreiter/tebina und Steffen Kahl)
Weilburger
Foto: Ottfried Schreiter/tebina und Steffen Kahl
Weilburger (Aehrenthal, Frh. J. Lexa v: Deutschlands Kernobstsorten, Bd. 1, 1833)
Weilburger
(Aehrenthal, Frh. J. Lexa v: Deutschlands Kernobstsorten, Bd. 1, 1833)
Präsentation auf dem Apfelmarkt der NAH in Wetzlar (9/2015) (v.l.: Martina Adams, Albert Langsdorf/NAH, H.-P. Schick/BM Weilburg, Wolfram Dette/OB Wetzlar und Steffen Kahl)
Präsentation auf dem Apfelmarkt der NAH in Wetzlar (9/2015)
(v.l.: Martina Adams, Albert Langsdorf/NAH, H.-P. Schick/BM Weilburg, Wolfram Dette/OB Wetzlar und Steffen Kahl)
Fruchtmodell Weilburger der Fa. SOMSO/Coburg (Steffen Kahl)
Fruchtmodell Weilburger der Fa. SOMSO/Coburg
Foto: Steffen Kahl

Die Geschichte um die hessische Lokalsorte ‚Weilburger‘ ist über 200 Jahre alt und beinahe in Vergessenheit geraten. Von der einstigen überregionalen Verbreitung ist heute leider nicht mehr viel übrig geblieben – die Sorte galt sogar lange Zeit als verschollen, bis sie 2009 durch einen Suchaufruf in der Lokalpresse wiederentdeckt wurde.

Ursprünglich war es der nassauische Arzt und Pomologe Dr. Diel, der den Apfel in seinem Kernobstsorten-Werk von 1799 erstmals beschrieben hat. Aufgrund der damaligen Empfehlung hat sich die Sorte landauf, landab gut verbreitet und zahlreiche Pomologen wie Christ, Lucas, Oberdieck oder Engelbrecht beschäftigten sich mit dieser Kernfrucht in ihren Sortenwerken. Selbst der schwedische Pomologe Eneroth hat den ‚Weilburger‘ 1896 in seiner Pomologie.

Dass die Sorte jetzt wieder in den Focus gerückt werden konnte, ist vor allem dem Engagement von Martina Adams, Pomologin aus Weilburg und Weilburgs Bürgermeister Hans-Peter Schick zu verdanken. Sie haben die Sorte wieder aufgespürt und maßgeblich zum Erhalt und der neuerlichen Verbreitung beigetragen. Die LG Hessen des Pomologen-Vereins e. V. hat den Weilburger auf dem Apfelmarkt der Naturschutz-Akademie Hessen im Herbst 2015 der Öffentlichkeit präsentiert. Seitdem haben zahlreiche Veranstaltungen und Pflanzaktionen in ganz Hessen stattgefunden. In Weilburg konnte die Sorte u. a. in den Apfel-Lehrpfad „Lokalsorten-Allee Ahausen“ integriert werden. Und auch auf dem Schlossberg in Neuweilnau hat der Apfel eine neue Heimat gefunden.

In der Hoffnung, dass diese seltene und geschätzte hessische Lokalsorte auch die nächsten 200 Jahre überdauert, möchten wir gerne auf sie aufmerksam machen. Inzwischen stehen ausreichend Jungbäume für Pflanzungen zur Verfügung. Außerdem ist die Apfelsorte als Fruchtmodell bei der Firma Marcus Sommer SOMSO Modelle (www.somso.de) zu beziehen.

Steffen Kahl

Faltblatt Faltblatt Hessische Lokalsorte 2016

 

Hessische Lokalsorte 2015 – Anhalter

Hessische Lokalsorte 2015 – Anhalter Foto: Ottfried Schreiter / Steffen Kahl
Anhalter
Foto: Ottfried Schreiter / Steffen Kahl
Präsentation Apfelmarkt v.l.: T. Zebunke, A. Langsdorf, H. Fischer, R. Scheibel, S. Kahl Foto: Simone Kahl
Präsentation Apfelmarkt
v.l.: T. Zebunke, A. Langsdorf, H. Fischer, R. Scheibel, S. Kahl
Foto: Simone Kahl

Früchte Präsentation Apfelmarkt Foto: Steffen Kahl
Früchte Präsentation Apfelmarkt
Foto: Steffen Kahl
Pflanzaktion Obsthof am Steinberg Foto: Simone Kahl
Pflanzaktion Obsthof am Steinberg
Foto: Simone Kahl
Pflanzaktion Schloss Neuweilnau Foto: Simone Kahl
Pflanzaktion Schloss Neuweilnau
Foto: Simone Kahl

Bei der Lokalsorte des Jahres 2015 handelt es sich um eine alte hessische Apfelsorte von z.T. überregionaler Bedeutung – den ‚Anhalter‘. Die Sorte hat ihren Verbreitungs­schwerpunkt im Taunus und der Wetterau. Der Pomologe Dr. Thomae erhielt sie 1858/59 von dem Kronberger Gärtner Müller mit der Bemerkung, dass die Sorte dort unter dem Namen „Christ’s Wildling“ verbreitet sei, weil sie der berühmte Apfelpfarrer Christ aus Kernen gezogen habe. Der Anhalter wurde wegen seiner großen Fruchtbarkeit, langen Haltbarkeit und der vielseitigen Verwendung besonders geschätzt. Die Sorte hat sich bis heute in einigen Baumschulen gehalten und ist entsprechend in Mittel- und Südhessen als robuster und wertvoller Wirtschaftsapfel verbreitet.

Die Landesgruppe Hessen hat die Lokalsorte 2015 auf dem Apfelmarkt der Naturschutz-Akademie Hessen, am 28.9.2014 in Wetzlar der Öffentlichkeit präsentiert. Pomologen, Naturschützer aus Ober-Mörlen, sowie der Leiter der Naturschutz-Akademie A. Langsdorf und T. Zebunke vom Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Abt. Landwirtschaft haben den Anhalter gemeinsam mit dem neuen Faltblatt vorgestellt. Der Apfelmarkt in Wetzlar bietet seit jeher dem Publikum die Möglichkeit, sich über alte Obstsorten, die Pflanzung und Pflege von Obstbäumen in Garten und Landschaft zu informieren. Der Pomologen-Verein unterstützt die Veranstaltung mit einer Obstsortenausstellung und bietet eine weitreichende Beratung. Die Obstsorten­bestimmung durch S. Kahl wurde wie immer sehr gut angenommen.

Seitdem haben weitere Präsentationen u.a. auf dem Hoffest und Jubiläum von Andreas Schneider – Obsthof am Steinberg, Ffm./Nieder-Erlenbach stattgefunden. Dort wurde gemeinsam mit zahlreichen Besuchern, der Homberger Apfelkönigin Julia I. und Kürbiskönigin Katharina I. aus Niederdorfelden, eine Baumpflanzung durchgeführt.

Der „Runde Tisch – Alte Obstsorten“ hat am 25.10.2014 ebenfalls zum Thema Anhalter in Ober-Mörlen stattgefunden (s. Bericht auf der Landesseite).

Einen weiteren Baum hat die LG-Hessen gemeinsam mit der Künstlergruppe „artelinos“ am Schloss Neuweilnau gepflanzt.

Ein Novum: Um die Jahressorte über den Genuss nahe zu bringen, wurde in einer kleinen Auflage ein sortenreiner Anhalter-Saft produziert. Außerdem ist die Sorte als Fruchtmodell (Nr. 03/44) in Papiermaché von der Fa. SOMSO/Coburg zu beziehen (s. auch auf der Landesseite).

Unterstützt wird die Kampagne 2015 von der Baumschule Köhler (Bruchköbel), der NABU-Gruppe Ober-Mörlen, dem MainÄppelHaus Lohrberg Streuobstwiesenzentrum e.V und dem Obsthof am Steinberg, Frankfurt Nieder-Erlenbach.

Steffen Kahl

Faltblatt Faltblatt Hessische Lokalsorte 2015

 

Hessische Lokalsorte 2014 – Der Vaterapfel

Hessische Lokalsorte 2014 – Vaterapfel (Gruppenbild mit Längsschnitt) Foto: Ottfried Schreiter / Steffen Kahl
Vaterapfel (Gruppenbild mit Längsschnitt)
Foto: Ottfried Schreiter / Steffen Kahl

Die „Hessische Lokalsorte des Jahres 2014“ heißt „Vaterapfel“ und stammt aus Nordhessen. Diese seltene Lokalsorte wurde vor einigen Jahren in Holzhausen am Hahn wiederentdeckt, wo sie vielleicht auch entstanden ist. Das Verbreitungsgebiet liegt süd-südwestlich von Kassel, zwischen Naumburg und Kaufungen. Die Sorte ist bisher nicht pomologisch beschrieben worden, allerdings wurde sie 1942 im Amtsblatt der Regierung in Kassel erwähnt.

Bei dem „Vaterapfel“ handelt es sich um eine gelbschalige Herbstsorte. Sie gilt als guter Wirtschaftsapfel, der auch für den Rohverzehr geeignet ist. die Bäume wachsen gut, sind gesund und stellen keine großen Ansprüche an Boden und Klima.

Diese hessische Lokalsorte wurde an verschiedenen pomologischen Veranstaltungen im Herbst 2013 der Öffentlichkeit vorgestellt. Ein entsprechendes Faltblatt wurde erstmals auf dem Apfelmarkt der Naturschutz Akademie Hessen am 29.09.2013 in Wetzlar präsentiert. In diesem Rahmen konnte der „Vaterapfel“ durch die anwesenden Pomologen, Naturschützer aus Nordhessen und Oberbürgermeister Wolfram Dette vorgestellt werden. Auch auf den hessischen Pomologentagen in Naumburg und bei anderen Obstausstellungen hat die LG-Hessen auf diesen Apfel aufmerksam gemacht. Außerdem haben mehrere Pflanzaktionen in verschiedenen Regionen Hessen stattgefunden.

Unterstützt wird die Kampagne 2014 von der Baumschule Pflanzlust (Wolfhagen), Baumschule Spiess (Wahlsburg), wo entsprechende Bäume erhältlich sind. Weitere nordhessische Kooperationspartner sind die Obstmanufaktur in Niederkaufungen, die Naturlandstiftung Hessen (Kreisverband Kassel), die Streuobstinitiative im Landkreis Kassel (SILKA) und der BUND Edermünde.

Steffen Kahl

Faltblatt Faltblatt Hessische Lokalsorte 2014

Pfalz

Pfälzer Obstbaum des Jahres 2014 – Apfel „Roter Augustiner“

Pfälzer Obstbaum des Jahres 2014 – Roter Augustiner
Pfälzer Obstbaum des Jahres 2014 – Roter Augustiner

Mit dem „Roten Augustiner“ wurde vom „Arbeitskreis Historische Obstsorten Pfalz-Elsass-Kurpfalz“ eine früher in der ganzen Pfalz verbreitete Apfelsorte zum Pfälzer Obstbaum des Jahres 2014 gewählt.
Kurioserweise war sie jedoch unter diesem, auf den Pomologen August Friedrich Adrian Diel (1809) zurückgehenden „offiziellen“ Namen in der Pfalz kaum geläufig. Viel bekannter war sie unter der nicht minder merkwürdigen Bezeichnung „Wollenschläger“, mancherorts auch als „Roter Herbsttaffetapfel“.

Mehr dazu in der

Sortenbeschreibung Roter Augustiner (PDF 282 KB)