Obstbaumretter:in – Arbeitsgruppe Standards in der Obst­baumpflege

Aktuelles

30.08.2022

Im Juni haben wir die circa 100-seitige Roh­fassung unserer Standards der Obst­baum­pflege einem Expert:innenkreis von 20 Personen zur Kenntnis gegeben und um ein Feed­back gebeten. Dieser Revisions­prozess ist sehr wichtig und trägt zur Anerkennung der Standards in der Fachwelt bei. Ein Groß­teil der Rück­meldung ist mittler­weile einge­troffen und wird nun dokumentiert, geprüft und diskutiert – ein sehr aufwendiger, aber wichtiger Prozess, der noch bis in den Herbst andauern wird.

Crowdfunding-Aktion #Obstbaumretter:in gesucht bringt 25.420 €  (Stand: 09.04.2022).

Herzlichen Dank an alle Spender:innen.

In der BaumZeitung vom 10.01.2022 ist folgender Artikel zu unserem Regelwerk erschienen:

Pflege alter Obsthochstämme als Teil der Baumpflege

 

Damit das nicht mehr passiert (Kurzvorstellung Projekt)

… damit das nicht mehr passiert …

… setzen wir uns dafür ein,
ein anerkanntes Regel­werk für die Obst­baumpflege zu erstellen.

Zusätzlich erarbeiten wir Muster­leistungs­verzeichnisse und Check­listen für die Pflege­bewertung. Diese dienen als Hilfe für Ausschreibung und Vergabe an qualifizierte Baum­pfleger:innen.

Neugierig geworden ?

Möchtest Du uns unter­stützen ? Wir freuen uns über Spenden.

Spendenkonto:
GLS Gemeinschafts­bank
IBAN: DE64 4306 0967 4057 4762 01
BIC: GENODEM1GLS
Verwendungs­zweck: Projekt Qualitäts­standards

Selbst­verständlich stellen wir Spenden­bescheinigungen aus. Vielen Dank !


Hintergrundinformationen zum Projekt

Standards in der Obstbaumpflege

Neben dem Erhalt der genetischen Vielfalt von Obst­bäumen und der Sorten­kunde engagieren sich in der Arbeits­gruppe Obst­gehölz­pflege im Pomologen-Verein deutschland­weit anerkannte Obst­baum­pfleger:innen für den Erhalt und die Pflege von Obst­bäumen und Streuobst­beständen. Diese sind Kultur­güter und haben viel­fältige Funktionen. Doch leider werden Obst­bäume und Streuobst­wiesen häufig durch fehlende oder nicht fach­gerecht ausgeführte Pflege vernach­lässigt bzw. nach­haltig geschädigt.

Aktuell fehlt ein Werk, das in kurzer, prägnanter Form typische Arbeiten in der Erziehung und Pflege hoch­stämmiger Obst­bäume beschreibt und Qualitäts­anforderungen für die beschriebenen Arbeiten formuliert. Daher haben Mitglieder dieser AG beschlossen, sich in den kommenden zwei Jahren diesem Thema zu widmen.

Mit der Erarbeitung von Qualitäts­standards für die Obst­baum­pflege wird erstmalig ein Regel­werk entwickelt, welches das Potenzial für eine bundes­weite Anerkennung besitzt. Der in dem Regel­werk enthaltene Maßnahmen­katalog formuliert eine gute fach­liche Praxis für die Pflege hoch­stämmiger Obst­bäume. Darauf aufbauend beschreiben Muster­leistungs­verzeichnisse typische wieder­kehrende Arbeiten und setzen Akzente in der Vergabe von Pflege­leistungen. Mithilfe von Check­listen wird ein Rahmen geschaffen, der es ermöglicht, Pflege­dienst­leistungen einfach zu bewerten. Mit diesen Materialien soll u.a. (offiziellen) Vergabe­stellen, Vereinen, Ingenieur­büros und privaten Personen durch professionelle Hilfe­stellung die Ausschreibung und Vergabe von Pflege­arbeiten erleichtert werden. Gelingt das, wird die Qualität in der Obst­baum­pflege deutlich gesteigert.

Vorgehens­weise

Bedarfs­analyse
Um ein tieferes Verständnis zu bekommen, wie Vergabe­prozesse in der Verwaltung funktionieren und welche Bedürfnisse es hier konkret gibt, wird im ersten Schritt eine Bedarfs­analyse mit unseren Projekt­partnern durch­geführt. Die Partner bilden dabei die verschiedenen Ebenen der Verwaltung (kommunale Ebene, Landes­ebene, Bundes­ebene) ab.

Inhaltliche Erarbeitung
Basierend auf verschiedenen Literatur­quellen, Leistungs­verzeichnissen und eigenen Erfahrungen erstellt die Projekt­gruppe einen Rohtext, welcher die gute fachliche Praxis der Erstellungs-, Jung- und Altbaum­pflege an hoch­stämmigen Obst­bäumen beschreibt. Diese Rohtext bildet die Grund­lage für verschiedene, modular und auf die Bedürf­nisse der Nutzer­gruppen anpassbare Muster­leistungs­verzeichnisse. Abschließende entsteht eine Check­liste, welche optimale Pflege­maß­nahmen beschreibt und eine qualitative Einschätzung der Pflege ermöglicht.

Revision der Rohtexte
Der Entwurf der Qualitäts­standards wird einem bundes­weit repräsen­tativen Kreis von Fach­kolleg:innen mit der Aufforderung zu Stellung­nahmen zur Kenntnis gebracht. Dieser breit angelegte und partizipative Abstimmungs­prozess ist Haupt­bestand­teil der Arbeit. Er ist entscheidend dafür, dass die Qualitäts­standards die Zustimmung in Fach­kreisen und eine weite Verbreitung finden. Auf der Grund­lage der Rück­meldungen und Diskussionen erfolgt eine erste Über­arbeitung.

Testphase
Gleichzeitig, bzw. anschließend an die Revision der Entwürfe, bekommen die Projekt­partner die Möglich­keit, die Unter­lagen an einer reellen Aus­schreibung zu testen und diese auf die Praxis­tauglichkeit zu prüfen. Geplant ist, mit den Unter­lagen drei Ausschreibungen auf kommunaler, Landes- und Bundes­ebene durch­zuführen. Im Anschluss geben die Praxis­partner Rückmeldungen, welche die Entwürfe ergänzen.

Distribution
Nach Layout und Fertig­stellung ist eine umfang­reiche Verbreitung der Ergebnisse geplant. Hierfür sind neben dem Verkauf in einschlägigen Online­shops, Fach­beiträgen in Magazinen, Zeitschriften und Webseiten auch deutschland­weite Tagungs­beiträge geplant. Zielstellung ist auf relevanten Tagungen und Workshop, die sich mit Streu­obst und Natur­schutz­leistungen befassen, Vorträge zum Thema zu halten und somit der Fachwelt das Material vorzustellen.

Mitarbeiter:innen der Projekt­gruppe
Hans-Thomas Bosch
Ingmar Kruckelmann
Hubert Grundler
Michael Krieger
Sabine Fortak
Alexander Seyboth

Kontakt: Alexander Seyboth, info(at)projektbuerogruen.de

Projektpartner:
Landkreis Gotha, Bundesforst im Auftrag der DBU Naturerbe GmbH, Stadt Ravensburg, Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee

Gefördert durch:
Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg