Obstsorte des Jahres

Norddeutschland

Apfel des Jahres in Norddeutschland

2019 Dithmarscher Paradiesapfel

2018 Roter Brasilienapfel

2017 Tietjenapfel

2016 Horneburger Pfannkuchen

2015 Rosa Claussen

2014 Gelber Richard

2013 Knebusch

2012 Rotfranch

2011 Martini

2010 Juwel aus Kirchwerder

2009 Stina Lohmann

2008 Wohlschmecker aus Vierlanden

2007 Seestermüher Zitronenapfel

2006 Altländer Pfannkuchen

2005 Wilstedter Apfel

2004 Biesterfelder Renette

2003 Ruhm von Kirchwerder

2002 Celler Dickstiel

2001 Finkenwerder Herbstprinz

Fotos: Nimar Blume (2011-2013)
Hermann Timmann (2010)
Henning Scholz (2001-2009)

Hessen

Hessische Lokalsorte 2019 – Der Kalbfleischapfel

Der Kalbfleischapfel ist eine südhessische Lokalsorte, die früher für die Kreise Dieburg und Offenbach als Tafelapfel empfohlen wurde. Auch als „Odenwälder Borsdorfer“ bekannt, war der Apfel in Langen, Offenthal und Egelsbach verbreitet. In dem damaligen „Obstsortiment für die Provinz Starkenburg“ (1915) wird der Kalbfleischapfel für die Bezirke Groß-Umstadt, Groß-Bieberau sowie die Bezirke Main- und Westbezirk (Kreis Offenbach) genannt. Nach 1945 geriet der Kalbfleischapfel in Vergessenheit und galt lange Zeit als verschollen. Erst 2013/2014 ist es durch die Arbeit der Initiative Streuobstwiesenretter gelungen, die Sorte wiederzufinden.

Die gleichmäßig gebaute Frucht hat Ähnlichkeit mit einer flachen Goldparmäne. Je nach Standort werden die mittelfesten und saftigen Äpfel zwischen Mitte September und Mitte Oktober reif, die Haltbarkeit reicht bis in den Winter. Die Bäume wachsen kräftig und scheinen gut und regelmäßig zu tragen. Früher als Tafelapfel gehandelt, ist der Kalbfleischapfel heute als guter Wirtschaftsapfel einzuordnen.

Die hessische Landesgruppe des Pomologen-Vereins stellte seine Lokalsorte 2019 gemeinsam mit den Streuobstwiesenrettern am 16. September 2018 beim großen Kelterfest auf dem Hofgut Guntershausen (Rheininsel Kühkopf) vor. Weitere Kooperationspartner sind die Baumschule Müller in Mauer sowie der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald, die Kelterei Krämer und der Förderverein Odenwälder Apfel. Somit ist gewährleistet, dass der Kalbfleischapfel bekannt gemacht wird und wieder als Jungbaum gepflanzt werden kann. Von der Firma SOMSO ist der Kalbfleischapfel als Fruchtmodell erhältlich.

Weitere Informationen zum Kalbfleischapfel finden Sie in unserem Faltblatt:

Faltblatt Hessische Lokalsorte 2019

 

Hessische Lokalsorte des Jahres

Mit der Aktion „Hessische Lokalsorte des Jahres“ leistet die Landesgruppe Hessen des Pomologen-Vereins seit 2002/2003 einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung des pomologischen kulturellen Erbes und der regionalen Sortenvielfalt in Hessen. Gemeinsam mit anderen Obstliebhabern, Naturschützern, Keltereien und heimischen Baumschulen wird in zahlreichen Veranstaltungen auf diese Sorten aufmerksam gemacht. Jungbäume werden angezogen und stehen für Pflanzungen zur Verfügung.

Unterstützen Sie den Erhalt alter Apfelsorten, indem Sie einen Baum der „Hessischen Lokalsorte des Jahres“ pflanzen oder Produkte aus heimischen Streuobstbeständen wie z. B. naturtrüben Apfelsaft kaufen.

Durch Anklicken einer Jahressorte öffnet sich das betreffende Faltblatt (PDF-Datei).

2019: Der Kalbfleischapfel

2018: Ruhm aus Kelsterbach

2017: Hartapfel

2016: Weilburger

2015: Anhalter

2014: Vaterapfel

2013: Siebenschläfer

2012: Spitzrabau

2011: Metzrenette

2010: Gestreifter Matapfel

2009: Dorheimer Streifling

2008: Ausbacher Roter

2007: Kloppenheimer Streifling

2006: Gacksapfel

2005: Ditzels Rosenapfel

2004: Körler Edelapfel

2003: Heuchelheimer Schneeapfel

Saarland / Rheinland-Pfalz

Streuobstsorte des Jahres 2015: ‚Köstliche aus Charneu‘

Der Arbeitskreis „Obstsorten“ des Verbandes der Gartenbauvereine Saarland / Rheinland-Pfalz e.V. hat die Herbstbirnensorte ‚Köstliche aus Charneu‘ zur Streuobstsorte des Jahres 2015 für das Verbandsgebiet benannt.

Gefunden wurde die Sorte um 1800 als Zufallssämling in Charneu (heute Charneux) in der belgischen Provinz Lüttich. Vom Deutschen Pomologenverein wurde ‚Köstliche aus Charneu‘ bereits 1857 zum Anbau empfohlen. 1922 wurde sie, neben ‚Boscs Flaschenbirne‘ und ‚Williams Christbirne‘ von der Deutschen Obstbaugesellschaft als wirt­schaftlich wichtig eingestuft. Heute ist sie eher eine Liebhaber­sorte mit geringer wirt­schaft­licher Bedeutung.

Die mittelgroße bis große, ovale oder kegel­förmige Birne hat eine feine grünlichgelbe Schale, die später ganz gelb ist, mit Ausnahme einer schwachen streifenartigen Rötung auf der Sonnenseite. Das gelblichweiße Fruchtfleisch ist sehr fein, schmelzend und schmeckt süß und würzig. Die Tafelbirne hat gute Lagereigenschaften und eignet sich auch zum Einkochen, Dörren oder zur Saftherstellung.

Pflück- und genussreif sind die Früchte je nach Lage ab Ende September bis Mitte Oktober, haltbar bis Anfang November. Der erzielte Ertrag ist hoch und regelmäßig, setzt aber spät ein.

Der Baum ist starkwüchsig und zeigt eine sortentypische Betonung des Mitteltriebes. Die Krone bleibt eher schmal, ist wenig verzweigt und zeigt hängende Äste. Beim Baumschnitt sollten die Gerüstäste gefördert und die Höhe begrenzt werden. Ansprüche stellt die ‚Köstliche aus Charneu‘ nur wenige, sie ist robust und geeignet für normale Gartenböden. Sie eignet sich gut für den Anbau auf Obstwiesen.

Die Streuobstsorte 2015 befindet sich als Motiv auf dem „Obstbecher 2015“ – einem echten Sammlerstück (Preis 15,– €). Der „Obstbecher 2015“ wurde in limitierter Auflage – 500 Stück – von Villeroy & Boch speziell für den Verband der Gartenbau-vereine Saarland / Rheinland-Pfalz e.V. hergestellt. Er ist Nummer 13 der Obstbecherserie.

Die „Obstbecher“ können beim Verband (unter Shop) bezogen werden.

Wenn ich wüsste,
dass morgen die Welt unterginge,
pflanzte ich doch heute noch einen Apfelbaum.

 

Streuobstsorte des Jahres

In den zweihundert Jahren bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahmen der Feldobstbau und die damit verbundene Sortenvielfalt einen großen Aufschwung. Eine Fülle von Obstsorten entstand. Dann aber nahm die wirtschaftliche Bedeutung der Obstwiesen zugunsten der besser zu bewirtschaftenden Niederstammanlagen ab. Folge war ein drastischer Rückgang der landschaftsprägenden Streuobstwiesen. Wodurch natürlich auch zahlreiche Obstsorten unwiederbringlich verloren gingen oder auch stark gefährdet sind. Mit diesen Obstsorten geht ein bedeutendes Kulturgut mehr und mehr verloren.

Der Verband der Gartenbauvereine Saarland / Rheinland-Pfalz e.V. widmet sich der Erhaltung der landschaftsprägenden Streuobstwiesen und setzt sich für die Erhaltung alter Obstsorten ein. Eigens zu diesem Zweck wurde ein Arbeitskreis gegründet. Mitglieder sind die Fachberater für Obst- und Gartenbau Michael Keller, Landkreis St. Wendel, Harry Lavall, Saarpfalz-Kreis, Karl-Heinz Schmitt, Landkreis Merzig-Wadern und Robert Weber, Regionalverband Saarbrücken. Weitere Mitglieder sind Josef Jacoby, Obstbau und Obstbauberatung in Mettlach-Tünsdorf, Herbert Ritthaler, Baumschuler in Hütschenhausen sowie Monika Lambert-Debong, Geschäftsführerin des Verbandes der Gartenbauvereine.

Das Sortenerhaltungskonzept des Verbandes der Gartenbauvereine Saarland / Rheinland-Pfalz e.V. beinhaltet neben vielen weiteren Maßnahmen und Projekten, jedes Jahr die Auslobung einer Obstsorte als „Streuobstsorte des Jahres“. Für das Jahr 2015 wurde die sowohl zum Frischverzehr als auch zur Verwertung geeignete Herbstbirne ‚Köstliche aus Charneu’ ausgewählt.

Diese Obstsorte, wie auch andere, die in unserer Region gefährdet sind, lohnt es zu erhalten.

Streuobstsorte des Jahres im Überblick

2015Köstliche aus CharneuTafel- und Wirtschaftsbirne
2014GoldparmäneTafelapfel
2013Weißer Trierer WeinapfelWirtschaftsapfel
2012HauszwetscheZwetsche
2011Kaiser WilhelmTafel- und Wirtschaftsapfel
2010Luxemburger RenetteTafel- und Wirtschaftsapfel
2009Trockener MartinWirtschaftsbirne
2008Spanisch BrauneKirsche
2007Harberts RenetteTafel- und Wirtschaftsapfel
2006Doppelte PhilippsbirneTafel- und Wirtschaftbirne
2005Metzer MirabelleMirabelle
2004Gelber EdelapfelKüchen- und Tafelapfel
2003Gute GraueTafel- und Wirtschaftsbirne
2002Roter BellefleurTafel- und Wirtschaftsapfel
2001Großer Rheinischer BohnapfelWirtschaftsapfel
2000Rote SternrenetteTafel- und Wirtschaftsapfel

Pfalz

Pfälzer Obstbaum des Jahres 2015 – Süßkirsche „Frühe Rote Meckenheimer“

Mit der „Frühen Roten Meckenheimer“ wurde vom „Arbeitskreis Historische Obstsorten Pfalz-Elsass-Kurpfalz“ eine weitere Süßkirschsorte zum Pfälzer Obstbaum des Jahres 2015 gewählt (nach Lambsheimer Kurzstiel 2003 und Haumüller 2008).

Die auch als „Frühe Meckenheimer“ oder oft einfach nur als „Meckenheimer“ bezeichnete, überregional bekannte Kirschsorte hat ihren Ursprung im vorderpfälzischen Meckenheim, wo sie um 1907 wohl als Zufallssämling gefunden wurde. Zwischen 1930 bis 1950 hieß sie „Mayers Rote Herzkirsche“ oder „Frühe Rote Herzkirsche“, bis sich ab etwa 1960 der heutige offizielle Name durchsetzte. Nach dem 2. Weltkrieg fand die großfrüchtige und wohlschmeckende Sorte zunehmend sogar bundesweite Beachtung. In den 1960er und wohl teilweise noch bis Ende der 1970er Jahre war die „Frühe Rote Meckenheimer“ eine der wichtigsten frühen Herzkirschen im westdeutschen Erwerbsanbau, die sich durch große, attraktiv aussehende und wohlschmeckende Früchte mit guter Platzfestigkeit und guten Anbaueigenschaften auszeichnete. Erst ab etwa 1980 wurde sie durch andere festfleischigere und transportfähigere Frühsorten, wie z.B. „Burlat“ und „Souvenir des Charmes“ verdrängt.

Mehr dazu in der

Sortenbeschreibung Frühe Rote Meckenheimer (PDF 326 KB)

 

Pfälzer Obstsorten des Jahres

2015 Frühe Rote Meckenheimer Süßkirsche

2014 Roter Augustiner Apfel

2013 Dürkheimer Krachmandel Süssmandel

2012 Offenbacher Rote Birne

2011 Weinling Apfel

2010 Weinröschen Apfel

2009 Freinsheimer Taffetapfel

2008 Haumüller Süßkirsche

2007 Frankelbacher Mostbirne

2006 Grasblümchen Apfel

2005 Birne Veldenzer

2004 Herrgottsapfel

2003 Lambsheimer Kurzstielkirsche

2002 Seitersbirne

2001 Kandeler Zuckerzwetschge

2000 Heimeldinger Apfel

 

Sachsen

Die Sächsischen Obstsorten des Jahres im Überblick

2019Kleiner HerrenapfelWirtschaftsapfel
2018Maibiers ParmäneTafel- und Wirtschaftsapfel
2017SafranapfelLagerapfel
2016Gelbe Sächsische RenetteTafel- und Wirschaftsapfel